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Superman will kein US-Bürger mehr sein

Superman kündigt in der neusten Geschichte an, seine US-Staatsbürgerschaft aufzulösen. In den USA sorgt die Heimatmüdigkeit des Comic-Helden für Entrüstung.

Amerika verliert seinen Helden: Szene aus «Superman»-Comic Nummer 900.
Amerika verliert seinen Helden: Szene aus «Superman»-Comic Nummer 900.
Keystone

Er wird gemeinhin als erster Superheld der Comicgeschichte betrachtet: Superman. Die US-Amerikaner waren immer besonders stolz auf «ihre» Comicfigur, die als Kind in den 1930er-Jahren von einem Farmerpaar in Kansas adoptiert wurde. Als Dank vertrat der «Mann aus Stahl» fortan die Interessen der USA und setzte sich auch in harten Zeiten für das Land ein.

Dabei liess sich Superman regelmässig zu politischen Propagandazwecken einspannen: im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Alliierten, im Kalten Krieg mit national-patriotischen Symbolen zur Einschüchterung des kommunistischen Gegners, und seine Ambitionen im Nahost-Konflikt unterstrich er mit den Worten: «Truth, Justice and the American Way» («Wahrheit, Gerechtigkeit und die amerikanische Lebensart»).

Mission im Iran macht Superman nachdenklich

Nun, ausgerechnet in Zeiten, in denen sich die USA Kritik von allen Seiten anhören muss, wird Superman heimatmüde: Der Comic-Held will kein US-Bürger mehr sein. Er erklärt in einer Geschichte im Action Comic Nr. 900, er wolle vor die UNO treten und das Gremium darüber informieren, dass er auf seine amerikanische Staatsbürgerschaft verzichte. Diesen Entschluss fällt der Superheld nach einer umstrittenen Mission im Iran, die ihm vom US-Präsidenten in Auftrag gegeben wurde.

Bei Leserinnen und Lesern sorgen diese Pläne für grosse Aufregung. Supermans Erklärung kommt einem Verrat an Idealen gleich, hiess es in Einträgen im Internet. Zumal Superman im Jahr 1974 seine ewige US-Staatsbürgerschaft beschwor. Nicht nur Leser, sondern auch renommierte Kommentatoren enervieren sich über seinen Flirt mit einer anderen Staatsbürgerschaft: «Wenn Superman seinen Glauben an Amerika verloren hat, glaubt er an gar nichts mehr», schreibt der Journalist Jonathan Last im «The Weekly Standard». Der Autor fragt: «Glaubt Superman nun an britischen Interventionismus oder gar an Schweizer Neutralität?»

Kampf für die ganze Welt

Der Verlag DC Comics erklärte gestern dazu, der Held kehre seiner gewählten Heimat USA keineswegs den Rücken. Vielmehr wolle er seinen endlosen Kampf gegen das Böse in einen weltweiten Blickwinkel rücken und sich selbst einen eher globalen Einfluss verleihen.

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