Zum Hauptinhalt springen

Wenn Säle Schlangen verschlingen

Der erste Tag der Schweizer Künstlerbörse im und um das Kultur- und Kongresszentrum KKThun war ein buchstäblich voller Erfolg.

Zur Schweizer Künstlerbörse gehört auch die Piazza: Zwischen Kultur- und Kongresszentrum KKThun (Gebäude im Hintergrund) und Gymnasium  trifft sich die Kleinkunstszene zwischen, während, vor und nach den Auftritten zum Essen, zum Kaffee oder zu einem Schwatz.
Zur Schweizer Künstlerbörse gehört auch die Piazza: Zwischen Kultur- und Kongresszentrum KKThun (Gebäude im Hintergrund) und Gymnasium trifft sich die Kleinkunstszene zwischen, während, vor und nach den Auftritten zum Essen, zum Kaffee oder zu einem Schwatz.
Markus Hubacher
Warten auf die Künstler: Der Schadausaal als grösster Saal im KKThun  steht im Mittelpunkt und füllt sich vor jedem Auftritt bis zum letzten Platz.
Warten auf die Künstler: Der Schadausaal als grösster Saal im KKThun steht im Mittelpunkt und füllt sich vor jedem Auftritt bis zum letzten Platz.
Markus Hubacher
Noch bis Sonntag trifft sich die Kleinkunstszene an der Schweizer Künstlerbörse in Thun – so etwa in der Ausstellung im Soussol.
Noch bis Sonntag trifft sich die Kleinkunstszene an der Schweizer Künstlerbörse in Thun – so etwa in der Ausstellung im Soussol.
Markus Hubacher
1 / 4

Etwas verschlafen liegt es da, das KKThun an diesem Freitagmorgen. Doch der Schein trügt. Im Inneren des Gebäudekomplexes drücken sich schon kurz nach dem Frühstück über tausend Fans der Kleinkunst in die Sitze des Schadau- und des Lachensaals, um im 20-Minuten-Takt den Künstlern und Künstlerinnen dieses kleinen, grossen Genres zu huldigen.

Im Foyer werkeln die Gastronomieprofis, und ein Duft von feinem Kaffee und Gebackenem schwängert die Luft. Die Türen springen auf, und die Massen treibt es an die Bars und ins Freie, wo die Piazza am Donnerstag aus dem Boden gewachsen ist. Die fahrende Küche «Chocherey» präsentiert an diesem Tag ein buntes marokkanisches Teller­gericht mit Couscous und Rindfleisch.

«Eigentlich hatten wir für den ganzen Tag gekocht, aber die Menge reichte gerade mal bis zum Mittag», freut sich Andrea Kohler vom Team. Und auch das Ristorante Piazza, das Schweizer Klassiker serviert, kann sich über mangelnden Hunger nicht be­klagen.

Die Hunderte von Menschen, die grösstenteilsdie Frühlingssonne geniessen, verbreiten Volksfeststimmung, aber auf eine ruhige, entspannte Art. Jeder der Besuchenden ist lach-erschöpft und hängt wohl irgendwie noch den Erinnerungen an die gesehenen Auftritte nach.

Am Morgen zum Beispiel lief es so manchem beim Auftritt des Bewegungstheaters Il divorati kalt über den Rücken bei der Darstellung einer Selbsthilfegruppe für Serienmörder. «Hallo, ich heisse Hans und bin Serienkiller...» «Hallo, Hans...» «Magst du dieses Knacken auch so gerne, wenn ein Genick bricht?»

Im Foyer erklingt eine Tarantella, später weint eine Klarinette im hinreissenden Klezmerstück. Ein Herr schreibt in den Notizteil des Künstlerkatalogs, um seine Favoriten ja nicht zu vergessen, wie er versichert. Kann ja sein, dass sie mal in seiner Nähe auftreten. Auf der Piazza radelt die Liebespost mit lautem Klingeln vorbei, um auf sich aufmerksam zu machen. Brötli mit geschmolzenem Käse werden zum Tisch balanciert, nicht selten schleppt jemand imposante Instrumente über den Platz.

Vor dem Schadausaal hat sich eine Schlange bis zum Haupteingang gebildet. Eine Frau gähnt ausgiebig und fragt ihren Mann, warum sie denn so müde sei? Sie hätte doch nur gesessen und geschaut? Der Gatte antwortet: «Aber dein Gehirn hat heute einen Marathon hingelegt, und das braucht am meisten Energie!»

Auch vor dem Lachensaal stehen zahllose Menschen auf der Treppe und warten geduldig auf Einlass. In der Tiefgarage, die zur Exposition mit über hundert Ständen von Künstlerinnen und Veranstaltern umfunktioniert wurde, wuselt es ebenso. Wer hier konsequent Flyer einsammelt, sollte eine Tasche mitbringen.

Die Säle haben inzwischen die Schlangen verschlungen, drinnen lacht und klatscht es bis ins Foyer hinaus. Der stellvertretende Produktionsleiter Lucas Hallauer fliegt quasi vorbei und ruft: «Keine Pannen heute, alle Veranstaltungen waren voll – ein guter Tag!»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch