Zum Hauptinhalt springen

Ist «Jesus Christ Superstar» grösster Superstar?

Am Samstag feiert «Jesus Christ Superstar» an den Thuner Seespielen Premiere. Aber ist denn Jesus Christus wirklich der grösste Superstar aller Zeiten? Zwölf Gründe, die dafür sprechen.

1. Jesus liebte die Öffentlichkeit.

Sie gehören zu jedem Star: Die Anhänger, die sich um ihr Idol scharen. Damit es Stars aushalten, in jeder Minute ihres Lebens von Fans umgeben zu sein, dürfen sie das Rampenlicht nicht scheuen. Jesus hatte damit kein Problem. Zwar spielte er nicht wie die Rolling Stones vor 1,2 Millionen Zuschauern in Rio de Janeiro, doch predigte er zu seinen zahlreichen Anhängern von einem Berg in Palästina aus: «Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie.» (Matthäus 5, 1-2)

2. Fans tapezieren ihre Wände mit Jesus-«Postern».

Was Eminem-Fans mit Bravo-Postern machen, können Jesus-Fans schon lange: mit dem Konterfei ihres Idols die Wände schmücken. Denn kaum ein Star wurde seit der frühchristlichen Kunst im 3.Jahrhundert so oft gemalt wie Jesus. Obwohl früher diese Bilder nicht für Privatgemächer, sondern für Kirchen und Kapellen vorgesehen waren, konnten sich die Anhänger an kleinen Reproduktionen wie Kultbildern, Taschenikonen oder später an Stichen, Postkarten oder Kunstpostern erfreuen. Beliebte Vorlagen sind bis heute «Das Abendmahl» (1452-1519) von Leonardo da Vinci oder «Das jüngste Gericht» (1536-41) von Michelangelo.

3. Über Jesus kursieren viele Gerüchte.

Zugegeben, über Jesus liest man nicht täglich in den Gossip-Spalten wie etwa über Madonna (die Sängerin, nicht die Mutter Gottes). Aber die heutigen Starlets können mit ihren Gewichtsproblemen nicht mit den existenziellen Gerüchten über Jesus mithalten: Lebte er wirklich? Stieg er tatsächlich in den Himmel auf? Handelt es sich beim Turiner Grabtuch wirklich um das Leichentuch Jesu? Und mit den Gerüchten über seine Beziehung zu Maria Magdalena bedient der Sohn Gottes sogar die Königssparte der Klatschpresse.

4. Zahlreiche Rock- und Popbands haben Jesus Songs gewidmet.

Hier eine Auswahl: «Jesus» von Velvet Underground, «Jesus Christ» von U2, «Jesus just left Chicago» von ZZ Top, «Jesus he knows me» von Genesis und «The hero's return» von Pink Floyd.

5. Jesus braucht keinen Nachnamen.

Was haben Prince Rogers Nelson*, Cherilyn Sarkisian* und Jesus von Nazareth gemeinsam? Sie sind so berühmt, dass sie keine Nachnamen brauchen. (*Prince, Cher)

6. Es ist cool, ein Jesus-Fan zusein.

Wie jeder andere Star hat natürlich auch Jesus Phasen, in denen er mehr in oder mehr out ist. Längerfristig betrachtet ist es jedoch cool, sich zu Jesus zu bekennen. So erstaunt es nicht, dass die grössten Jesus-Fans alle seine Zitate auswendig können. Damit sie ihren Fanstatus auch visuell ausdrücken können, gibt es zahlreiche Merchandisingartikel. Zu den berühmtesten gehören die Actionfigur Jesus, der Wackelkopf Jesus, Pflaster mit Jesu Konterfei oder eine sprechende Jesus-Puppe.

7. Jesus war eine Mode-Ikone.

Popstars sind auch Trendsetter, das beweisen uns etwa Kylie Minogue oder Beyoncé. Doch keiner ihrer Trends konnte sich so lange halten wie jene von Jesus, die vor über 2000 Jahren in Mode kamen: lange Haare und Sandalen. Dank den Flower-Power-Sechzigern ist diese Mode auch in der Neuzeit noch massentauglich.

8. Das Leben von Jesus wurde verfilmt.

Über Ray Charles gibts eins und über Johnny Cash auch. Über Jim Morrison sowieso, und das über James Brown ist in Planung. Die Rede ist von einem Biopic – einem Film, der die Biografie einer berühmten Person erzählt. Jesu Lebensgeschichte haben sich mehrere Regisseure angenommen. Berühmte Beispiele sind «König der Könige» (1960) von Nicholas Ray, «Die grösste Geschichte aller Zeiten» (1963) von George Stevens oder die beiden einst umstrittenen Filme «Die letzte Versuchung Christi » (1988) von Martin Scorsese und «Die Passion Christi» (2004) von Mel Gibson.

9. Jesus ist jung gestorben.

Wären Janis Joplin, Jim Morrison oder Nick Drake zu Musiklegenden geworden, wenn sie nicht so jung an Alkohol, Tabletten und Drogen gestorben wären? Oder James Dean, wenn er nicht mit 24 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen wäre? Klar ist, dass ein früher, unnatürlicher Tod stark zu Legendenbildung beiträgt. So auch im Fall von Jesus, der in seinen Dreissigern starb.

10. Andere Superstars messen sich an Jesus.

Am 4.März 1966 publizierte der «Evening Standard» ein Interview mit John Lennon. Darin sagte er, die Beatles seien nun berühmter als Jesus. In Amerika liefen die Gläubigen Sturm – so sehr, dass die Beatles gar eine Tournee abbrechen mussten. Erst 40 Jahre später verzieh der Vatikan dem schon lange verstorbenen Beatle den Fauxpas und liess zu diesem Anlass Kirchenglocken Lennons Hit «Imagine» spielen.

11. Jesus ist ein Star fürJung und Alt.

Warum spricht heute kaum mehr jemand von der Kelly Family? Oder von Caught in the Act? Weil sie spätestens, seit ihre Fans in die Pubertät gekommen sind, keine Platten mehr verkauft haben. Ein grosser Star schafft es, über Generationen die Anhänger zu begeistern. So wie Bob Dylan. Oder Mozart. Doch keiner blieb bisher so lange im Gespräch wie Jesus.

12. Jesus hat ein eigenes Musical.

Nur selten erhalten Personen der Zeitgeschichte ihr eigenes Musical. Ausnahmen sind die argentinische Präsidentengattin Evita, der Komponist Mozart oder die österreichische Kaiserin «Sissi» Elisabeth. Am 12.Oktober 1971 wurde im Mark Hellinger Theater in New York City Jesu Geschichte als Musical uraufgeführt. «Jesus Christ Superstar» zeigt die letzten sieben Tage im Leben von Gottes Sohn. Geschrieben hat das Stück der damals noch unbekannte Andrew Lloyd Webber («Cats», «Phantom of the Opera»). Nun führen es die diesjährigen Thuner Seespiele vom 11. bis am 29.August auf.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch