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«Die Nationalität ist absolut kein Thema»

Sven Sarbach, Bereichsleiter Show und Events SRF, über die Diskussion, ob das «Voice of Switzerland»-Publikum einheimische Kandidaten bevorzugt.

Am Samstag ausgeschieden: Die 17-jährige Freschta Akbarzada (17), deren Eltern aus Afghanistan stammen.
Am Samstag ausgeschieden: Die 17-jährige Freschta Akbarzada (17), deren Eltern aus Afghanistan stammen.
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Coach Stress wollte sie ins Finale schicken und wurde vom Publikum überstimmt.
Coach Stress wollte sie ins Finale schicken und wurde vom Publikum überstimmt.
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... und Peter Brandenberger.
... und Peter Brandenberger.
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Herr Sarbach, ist die Nationalität beim Zuschauer-Voting wichtiger als die Qualität der Performance? Es liegt in der Natur der Televoting-Abstimmung, dass die mitmachenden Zuschauer selber darüber entscheiden, wer qualitativ am meisten überzeugt hat. Die Nationalität ist beim Format «The Voice of Switzerland» absolut kein Thema und wird auch innerhalb der Sendung nicht zum Thema gemacht, es zählt einzig und allein die Performance, alles andere wären Interpretationen, die nicht auf Fakten beruhen. Vanessa, notabene Deutsche, erhielt am letzten Samstag vom Publikum mehr Stimmen als ihr Schweizer Kontrahent. Und: Tiziana mit italienischen Wurzeln steht im Finale.

Die Diskussion, die jetzt geführt wird, könnte man ja tatsächlich auch als Projektion der Einwanderungsdebatte lesen. Wie sehen Sie das? «The Voice of Switzerland» ist eine Unterhaltungssendung und sollte keinesfalls zur Analyse von politischen Stimmungen missbraucht werden.

Hand aufs Herz: Eine klassische Aufsteigerstory mit einem Migranten wäre ja sicher auch für die Sendung attraktiver. Nun hat das Publikum Ihnen einen Strich durch dieses Multikulti-Narrativ gemacht. Die Frage unterstellt den Machern eine grosse Portion Zynismus, und das ist nicht korrekt, «The Voice of Switzerland» sucht die beste Stimme der Schweiz – darüber befinden einerseits die vier Coachs und anderseits das Fernsehpublikum.

Wieso überlässt man am Schluss die Entscheidung dem Publikum – wenn man doch erfahrene Juroren hat? Das Format «The Voice of Switzerland» sieht vor, dass das Mitspracherecht der Zuschauer in den Liveshows kontinuierlich ansteigt und in der Finalsendung bei 100 Prozent liegt.

In Deutschland hatte die Musikcastingshow «DSDS» den Übernamen «Migrantenstadel». In der Schweiz machen auch viele Migranten und Ausländer mit. Bloss gewinnen sie hier nicht. Wieso? «The Voice of Switzerland» ist noch nicht entschieden, das Finale findet erst am nächsten Samstag statt. Wir unterscheiden grundsätzlich nicht zwischen Migranten und Nicht-Migranten.

Wie ist das zahlenmässige Verhältnis zwischen Migranten und Schweizern bei den Anmeldungen für die Sendung? Über 95 Prozent der Anmeldungen stammen aus der Schweiz. Über oben erwähntes Verhältnis führen wir keine Statistik.

Das Interview wurde auf Wunsch von SRF schriftlich geführt.

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