Zum Hauptinhalt springen

Die Verrisse kamen zu früh

Heute Abend strahlt SRF die 100. Ausgabe von «Schawinski» aus. Die Sendung hat nur einen Fehler: Sie ist eine halbe Stunde zu kurz.

Wann immer Roger Schawinski etwas Neues anfing, überboten sich die Medienkritiker mit Vorschussverrissen. Tele 24? Keine Chance. TeleZüri? Amateur-TV. Geschäftsführer von Sat 1? Selbstmordkommando. Radio 1? Gutes Konzept, 30 Jahre zu spät. Diesem Muster blieb die Medienkritik auch im Fall von «Schawinski» treu. Eine Talkshow im Schweizer Fernsehen? Verrat an Schawinskis lebenslanger Anti-SRG-Haltung. Und bereits nach der ersten Sendung lautete das Verdikt: «Gescheitert!»

Der häufigste Vorwurf, den Zuschauer und Kritiker Schawinski machten, war derjenige des Nichtausredenlassens. Der Egomane Schawinski wolle gar nicht wissen, was seine Talkgäste sagen, er wolle nur sich selber reden hören. Deshalb, so die fast einhellige Meinung der Medienkritik, werde Schawinskis Talk der Bedeutungslosigkeit anheim und die Quoten über kurz oder lang ins Bodenlose fallen. Ja, gar eine «Bankrotterklärung» sei das für einen Sender, einen Pensionär wie Schawinski einzustellen, schrieb der Medienkritiker der NZZ.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.