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Fernsehlegende Kurt Felix gestorben

Der Fernsehunterhalter Kurt Felix ist seinem Krebsleiden erlegen. Dies teilte seine Familie mit. Die Bestattung fand bereits statt – geplant ist noch eine Abschiedsfeier.

Tod eines Entertainers: Kurt Felix traf mit seinen Sendungen den Geschmack eines breiten Publikums im deutschsprachigen Raum.
Tod eines Entertainers: Kurt Felix traf mit seinen Sendungen den Geschmack eines breiten Publikums im deutschsprachigen Raum.
Keystone
Rekord am Schweizer Fernsehen: Keine Sendung hatte jemals wieder so viele Zuschauer wie «Teleboy». Die Spielshow von und mit Kurt Felix läuft von 1974 bis 1981.
Rekord am Schweizer Fernsehen: Keine Sendung hatte jemals wieder so viele Zuschauer wie «Teleboy». Die Spielshow von und mit Kurt Felix läuft von 1974 bis 1981.
SF
Einer der wenigen Misserfolge in Kurt Felix' Karriere: Seine Samstagabend-Show «Ein roter Teppich für...» (Bild: Moderatorin Sandra Studer mit Gast Adolf Ogi) kommt bei den Schweizer Zuschauern nicht gut an. Nach drei Ausgaben ist Schluss.
Einer der wenigen Misserfolge in Kurt Felix' Karriere: Seine Samstagabend-Show «Ein roter Teppich für...» (Bild: Moderatorin Sandra Studer mit Gast Adolf Ogi) kommt bei den Schweizer Zuschauern nicht gut an. Nach drei Ausgaben ist Schluss.
SF
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Kurt Felix ist am Mittwoch im Kantonsspital St. Gallen seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Das gab seine Familie heute auf dem Medienportal «persönlich.com» bekannt.Felix starb im 72. Lebensjahr. Er hinterlässt seine Frau Paola, mit der er über 30 Jahre verheiratet war, und den Sohn Daniel.

Kurt Felix gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten des Fernsehens in der Schweiz und in Deutschland. Mit seinen Sendungen «Teleboy» und «Verstehen Sie Spass?» hat er im deutschsprachigen Raum grosse Bekanntheit erlangt.

Felix wollte Krankheitsverlauf nicht öffentlich machen

2003 erkrankte Felix an Krebs. «Wenn ich einmal gehen muss, geht ein glücklicher Mensch», zitiert ihn seine Frau Paola auf «persönlich.com» : «Mit schönen Erinnerungen und einem Lächeln im Gesicht ist Kurt von dieser Welt gegangen. Gerade in dieser grossen Traurigkeit denke ich unendlich dankbar zurück an die schönsten Jahrzehnte meines Lebens, die ich mit ihm erleben durfte», so Paola.

Kurt Felix legte immer Wert darauf, dass der Verlauf seiner Krankheit nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Die Bestattung im engsten Familienkreis hat daher bereits stattgefunden. In St. Gallen wird eine Abschiedsfeier folgen. Der langjährige Fernsehmoderator Beat Antenen – ein enger Freund von Kurt und Paola Felix – wird gemäss «persönlich.com» durch den Gottesdienst führen. Der genaue Zeitpunkt dieser Feier werde später mitgeteilt.

Die Krankheit raubte ihm nach Angaben von Paola Felix am Schluss die ganzen Kräfte, so dass der Tod als Erlösung kam. Paola Felix, eine gefeierte Schlagersängerin, war bis zur letzten Sekunde an der Seite ihres Mannes.

Vielseitige Karriere

Berühmt wurde Felix in der Schweiz der 1970er-Jahre mit seiner Spielshow «Teleboy». Die Ausgabe vom 13. September 1975 erreichte gemäss Wikipedia mit 2,073 Millionen Zuschauern die höchste hierzulande je gemessene Zuschauerzahl für eine TV-Sendung. Besonders populär waren die eingestreuten Filme mit der versteckten Kamera.

Der verzweifelte Schrei des gefoppten Piloten eines wild gewordenen Modellflugzeugs – «söll emol cho» – ist seit damals Legende. Auch auf der Internetplattform Youtube haben sich schon Zehntausende den alten Clip angeschaut. Nach «Teleboy» (1974-1981) präsentierte Felix in der Schweiz den «Supertreffer» (1987-1991).

Felix' Berufswunsch stand schon als Kind fest: Bereits mit zwölf Jahren, als das Schweizer Fernsehen 1953 den Versuchsbetrieb aufnahm, habe er gewusst: «In diesen Kasten möchte ich auch mal rein.» Die TV-Karriere des ausgebildeten Lehrers begann 1960 dann aber vorerst mit einem Nebenjob: Felix arbeitete zuerst nebenher als Radio- und Fernsehreporter. 1965 wechselte er ganz zum Schweizer Fernsehen, wo er sich bald eigene Sendeformate ausdenken konnte.

Zelebrierte Zweisamkeit

Ab Beginn der 80er-Jahre fasste der TV-Entertainer auch in Deutschland Fuss. Für den Sender ARD entwickelte er «Verstehen Sie Spass?», eine Sendung, die er anschliessend während zehn Jahren selber moderierte. Wiederum mit viel Gespür für den Publikumsgeschmack: Die Sendung mit der versteckten Kamera wurde zur erfolgreichsten TV-Show der Dekade.

Ein in die Matterhorn-Nordwand gehängter Zeitungskiosk für Bergsteiger Reinhold Messner war der Lieblingsgag von Kurt Felix: «Er hat sich darüber furchtbar aufgeregt.» Ab 1983 stand dem Moderator in den TV-Sendungen seine Gattin Paola zur Seite.

In einer Umfrage wurden die Eheleute Felix 1988 zum beliebtesten Moderatoren-Paar der damaligen Bundesrepublik Deutschland gewählt. Die gutbürgerliche Zweisamkeit trug den beiden immer wieder sanften Spott ein, war aber erwiesenermassen keine Show-Nummer.

Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms verabschiedeten sich die beiden 1990 von der grossen Bühne, um auch im Privaten über mehr Zeit zu zweit zu verfügen. Während einiger Jahre war Felix dann vor allem als TV-Berater, Show-Entwickler und Kolumnist tätig.

sda/dapd/rub/rbi

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