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Gleiche Gesichter, gleiche Geschichten

Die People-Sendung «Glanz & Gloria» hätte vor Monaten ersetzt werden sollen. Aber es ist immer noch alles beim Alten.

Entspannter Start in den Feierabend: Zum Beispiel mit «Glanz & Gloria»-Moderatorin Nicole Berchtold. Foto: SRF
Entspannter Start in den Feierabend: Zum Beispiel mit «Glanz & Gloria»-Moderatorin Nicole Berchtold. Foto: SRF

Wenn in Diskussionen um Fernsehgebühren Sätze fallen wie «Für so was soll ich bezahlen? Das ist doch kein Service public!», dann ist ziemlich sicher die Sendung «Glanz & Gloria» mitgemeint. Seit 15 Jahren empfangen einen darin fröhliche Moderatorinnen oder Moderatoren, die Neuigkeiten von mehr oder weniger bekannten Menschen erzählen.

Eigentlich ist es ein idealer Start in den Feierabend. Nicht zu viel nachdenken, einfach ein bisschen Promis an Events schauen, erfahren, wer neuerdings lesbisch, verliebt oder gestorben ist und fertig. Zwischendurch kann man ein Auto gewinnen oder eine «Männerpflanze».

Coronavirus an der Berlinale

Damit ist bald Schluss – so zumindest lautete vergangenen April die Botschaft von SRF. «Glanz & Gloria» werde ab November 2019 «G & G – Gesichter und Geschichten» heissen, doppelt so lange dauern und damit dem bereits «vollzogenen Wandel zum substanzielleren Gesellschaftsmagazin» Rechnung tragen.

Passiert ist seither ... nichts. Gleicher Name, gleiche Dauer und von besagtem Wandel zum substanziellen Gesellschaftsmagazin merkt man ebenfalls wenig. Zwar bemühte man sich etwa diese Woche immer mal wieder, das Coronavirus einzuflechten, mal in den Bericht über die Party von Schweizer Filmschaffenden an der Berlinale in Berlin, mal in die «Guide Michelin»-Schweiz-Verleihung in Lugano. Substanziell ist das aber nicht, was sicher auch der sehr kurzen Sendedauer geschuldet ist.

Neues Studio und Konzept im 2020

So bleibt vieles oberflächlich – selbst wenn es bei den Promis mal um etwas Tiefgründigeres geht. Zum Beispiel bei Harvey Weinstein. Der Filmproduzent wurde diesen Montag wegen Vergewaltigung verurteilt. Der 56-Sekunden-Beitrag am Dienstag bestand dann daraus, die Social-Media-Reaktionen von zwei, drei prominenten Frauen zu rezitieren. Ausführlicher kommen dafür regelmässig hauseigene «Promis» zu Wort. Mal der SRF-Wetterexperte, mal der SRF-Filmexperte, mal der SRF-Gesundheitsexperte. Glamourös ist anders.

Bleibt bei «Glanz & Gloria» doch alles beim Alten? «Nein», sagt ein SRF-Sprecher. «Die Neuerungen werden wie angekündigt vollzogen.» Es gebe auch ein neues Studio mit ganz neuer Technik. «Das ist auch der Grund, warum es mit dem Relaunch noch etwas dauert.» Irgendwann dieses Jahr solle es aber so weit sein. Promis werden aber auch dann nicht aus unseren Wohnzimmern verschwinden. «Ein Gesellschaftsmagazin und Berichte über Promis schliessen sich nicht aus.»

Abgesehen davon treffe «Glanz & Gloria» schon heute den richtigen Ton, versichert der Sprecher. Auch wenn es sich nicht jedem Gebührenzahler erschliesst: Im Schnitt schaltet aktuell rund jeder vierte Deutschschweizer Fernsehzuschauer «Glanz & Gloria» ein, pro Abend sind das 200'000 Leute.

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