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Ich denke gelb

Seit 25 Jahren begleitet die Animationsserie «Die Simpsons» unseren Serienjunkie. Ein Rückblick zum Jubiläum am 17. Dezember.

Im Kindesalter war Sohnemann Bart mein liebster Simpson (weil ich rebellisch sein wollte), in der Teeniezeit Vater Homer (weil ich auch alles doof und überflüssig fand), als ich Twen war, Töchterchen Lisa (weil ich wissbegierig und ehrgeizig war) – und heute ist es der Klassendummie Ralph Wiggum (weil mein Humor nach einem langen Arbeitstag auf dem Niveau von «Ente, Ente, Ente» angekommen ist). Sie sehen, «Die Simpsons» haben mich fast mein ganzes Leben lang begleitet. So haben sich auch etliche Wendungen der Charaktere in meinem Wortschatz eingenistet. Ich rufe hämisch «Ha, ha!», wenn jemandem ein Missgeschick passiert. Ich falte meine Hände und zische «Excellent», wenn mir etwas gelingt. Und wenn ich aufbreche, mag ichs pathetisch: «Auf zum Atem!» Keine Frage: Die Animationsserie ist Teil meines Alltags. Und nicht nur meines.

Es gibt etliche Studien, die den Einfluss der Serie, die 1987 als Sketch in «The Tracey Ullman Show» startete, untersuchen. So wurde belegt, dass «Die Simpsons» Wahlen beeinflussen, dass die Serie zu mehr Toleranz verhilft oder dass man allein durchs Zuschauen schlauer wird. Nun ja. Sicher vermögen einzelne Episoden aufzurütteln, zentral scheint mir dennoch der Unterhaltungsaspekt. Wenn die Darstellung einer Familie der US-Mittelschicht, die Ignoranz einzelner Figuren sowie zynische Seitenhiebe auf die Politik einen solch zentralen Einfluss auf die Gesellschaft hätten, dann wären «Die Simpsons» und artverwandte Serien – «Family Guy», «South Park» oder die Science-Fiction-Serie «Futurama» von Simpsons-Schöpfer Matt Groening – Studienfächer an jeder Universität.

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