Zum Hauptinhalt springen

Ombudsmann steht hinter «Beni National»

Nach der Euro 08 bezog der «Schnurri der Nation» in der Presse Prügel. Nun erhält Beni Thurnheer unerwartete Schützenhilfe.

Das Verdikt der (Boulevard)-Presse nach der Euro 08 war so klar wie vernichtend: Beni Thurnheers Zeit als TV-Kommentator der Schweizer Nationalmannschaft ist abgelaufen. Der «Schnurri der Nation» hatte sich wiederholt ins Abseits geschwafelt. Thurnheer war selten auf der Höhe des Geschehens: Er verwechselte bei der Live-Übertragung des Finalspiels wiederholt Spielernamen, verrechnete sich bei den Auswechslungen und schätzte zuvor in der Gruppenphase die Tabellenlage falsch ein. Seinem Co-Kommentator Volker Finke fuhr er mehrere Male rüde übers Maul.

Sechs Wochen nach der EM erhält Thurnheer nun gleichwohl Rückendeckung: So bricht SRG-Ombudsmann Achille Casanova in einer soeben veröffentlichten Stellungnahme eine Lanze für den in die Jahre gekommenen Wortakrobaten: Casanova lobt in seinem Schreiben Benis Kommentatorenleistung als «fachlich ausgezeichnet und ausgewogen» und lehnte eine Beschwerde eines erbosten Zuschauers ab. Dieser hatte beanstandet, dass Thurnheer sich abschätzig über die deutsche Nationalelf geäussert und damit das Neutralitätsgebot verletzt habe. So habe er versucht, Volker Finke als unkritischen Deutschlandfan darzustellen.

«Beni national» hat die Schützenhilfe nötig: «Gehört Beni Thurnheer nicht langsam auf die Ersatzbank?», hatte sich der «Blick» nach der Euro gefragt und ritt eine wochenlange Kampagne, in welcher er das in die Jahre gekommenen SF-Aushängeschild dazu aufforderte, kürzer zu treten. Dabei blieben seine Aussetzer auch am Leutschenbach nicht verborgen: So hiess es, Thurnheer sei in der Sportabteilung als Kommentator der Nati längst nicht mehr unumstritten – schon vor Jahresfrist habe eine Kürzung seines Pensums zur Debatte gestanden.

Beim Schweizer Fernsehen spielte man nach der anhaltenden Kritik auf Zeit: Man wolle Euro und Olympia genau analysieren und dann entscheiden, wer bei den Spielen der Schweizer Nationalmannschaft künftig im Einsatz stehen werde, erklärt Sprecher David Affentranger auf Anfrage.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch