Zum Hauptinhalt springen

Schawinski geht in die Offensive

Bald erscheinen ein Schawinski-Buch und ein Schawinski-Film – just im Monat, in dem SRF den Medienpionier absetzt.

Linus Schöpfer
Will seine Lebenserfahrung weitergeben: Roger Schawinski. Foto: Keystone
Will seine Lebenserfahrung weitergeben: Roger Schawinski. Foto: Keystone

Am 23. März zeigt SRF letztmals «Schawinski». Die Talkshow von Roger Schawinski wird abgesetzt, offiziell aus Spargründen. Seinen Frieden mit der Sache hat der Medienunternehmer jedoch noch lange nicht gemacht. Von Sparen sei im Vorfeld nie die Rede gewesen, sagt Schawinski. Man habe ihm ganz andere Gründe genannt. «Plausibel waren auch diese nicht.»

Mehr will Schawinski nicht sagen. Er müsse die SRF-Manager vor sich selber schützen. Und nein, es sehe nicht danach aus, als ob er nochmals fürs Fernsehen arbeiten werde. Der Coop-Zeitung sagte der Zürcher jüngst, die spirituelle Seite werde wieder wichtiger werden.

Von Netflix angeregt

Ins publizistische Nirwana wird Roger Schawinski allerdings nicht entschwinden. Just im März startet er eine Gegenoffensive: Mitte Monat veröffentlicht er das Buch «Die Schawinski-Methode. Erfolgsrezepte eines Pioniers». Darin werde er in 14 Kapiteln die Gründe seines Erfolgs offenlegen, sagt Schawinski. «Es geht um journalistische und unternehmerische Fragen. Aber auch darum, mit welcher Einstellung man der Welt begegnen soll, wenn man Erfolg haben will.»

Der Name sei ihm beim Netflix-Schauen eingefallen. «Ich liebe ‹The Kominsky Method› mit Michael Douglas.» Die Serie handelt von einem Schauspieler, der sich in einen Schauspiel-Coach verwandelt. Er sei mittlerweile in einem Alter, in dem er als Mentor wirken könne, sagt der 74-Jährige, der nach wie vor den Radiosender Radio 1 leitet und moderiert. «Ich will meine Lebenserfahrung weitergeben.»

Russi-Filmer inszeniert Schawinski

Am 19. März zeigt SRF zudem einen Schawinski-Film. Gedreht wird der Dok von Michael Bühler, der bereits Bernhard Russi inszeniert hat. «Der Autor will wissen, wer ich wirklich bin und wie ich es geschafft habe», sagt Schawinski. Auf die Produktion habe er keinen Einfluss. Premiere hat der Film am 17. März im Zürcher Kulturhaus Kosmos. «Alle meine wichtigsten Weggefährten werden hoffentlich da sein.»

SRF hatte den Film just in Auftrag gegeben, nachdem es Schawinskis spektakuläre TV-Karriere selber beendet hatte. Ist er ein Trösterchen vom Leutschenbach für Roger Schawinski, der ungewollt und abrupt vom Fernsehschirm genommen wird? Für ihn, der laut SRF-Direktorin Natalie Wappler mit seinem Talk «Fernsehgeschichte» geschrieben und «bis zuletzt mit ungebrochener Leidenschaft, Klugheit und Schalk» moderiert hat? «Keine Ahnung. Es war nicht meine Idee.» SRF betont, der Film werde kein «Gefälligkeits-DOK».

Kurt Aeschbacher habe für seinen Abschied eine Extra-Sendung zur Primetime bekommen, sagt Roger Schawinski. Aber das müsse er nicht auch noch haben, fügt der Medienpionier an.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch