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Seit 50 Jahren mittendrin

Am 10. Januar 1968 wurde die erste «Rundschau» im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. In der Jubiläumssendung am Mittwoch sitzt Mitbegründer und Ex-Moderator Erich Gysling wieder im Studio mit Originaldekor.

Wie anno 1968: Jubiläumssendung 2018 im Originaldekor mit Moderator Sandro Brotz und Vorgängern Erich Gysling (l.) und Hannes Britschgi (r.).
Wie anno 1968: Jubiläumssendung 2018 im Originaldekor mit Moderator Sandro Brotz und Vorgängern Erich Gysling (l.) und Hannes Britschgi (r.).
SRF/Oscar Alessio
Aktuelles Dekor: Moderator Sandro Brotz, 2013.
Aktuelles Dekor: Moderator Sandro Brotz, 2013.
SRF/zvg
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«Nein», sagt Erich Gysling dezidiert, «ich spüre weder Stolz noch Nostalgie». 50 Jahre ist es her, dass er die Sendung «Rundschau» im Schweizer Fernsehen mitbegründet hat. In über 2000 Sendungen berichteten seither eine gute Handvoll Moderatoren und unzählige Reporter für die Politsendung.«Wir hatten damals unverdient viel Glück», erzählt der 80-Jährige, «1968 passierte sehr viel.».

«Wir hatten damals unverdient viel Glück.»

Erich Gyslin

Die Studentenunruhen in Paris, die Globus-Krawalle in Zürich, der Einmarsch der Sowjettruppen in der Tschechoslowakei. Das junge «Rundschau»-Team war dabei. «Ich stand in der Tschechoslowakei auf der schwarzen Liste. Und doch bin ich immer wieder hingereist über all die Jahre», sagt Gysling. Obwohl er vor Ort keineswegs diskret arbeiten konnte. «Wir haben auf Film gedreht, das war schweres und schwerfälliges Material. Da fiel man auf.»

Redaktionskonferenz

Die «Rundschau» definierte sich immer wieder neu, lange vor dem ersten CNN-Newsroom arbeitete das Team mit einer Redaktionskonferenz, bei der mehrere Moderatoren im Studio sassen. Nach ein paar Jahren kam man wieder davon ab. 1972 verliess Gysling die «Rundschau». Ab 1975 setzte die Sendung nur noch auf Auslandsberichterstattung. Kurz bevor Gysling 1982 zurückkehrte, berichtete man auch wieder aus der Schweiz. Schon früher hatte der Journalist sich auf den arabischen Raum spezialisiert, hatte dafür sogar Arabisch gelernt.

«Ich wollte schliesslich vor Ort nicht Analphabet sein.» Oft ging er nach Syrien. Dort interviewte Gysling in den 1980er-Jahren Hafez al-Assad, den Vater des heutigen Machthabers. «Er hatte warmherzige Augen – und doch wusste ich: Das ist ein knallharter Diktator.» 2016 schloss «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz den Kreis und interviewte Hafez’ Sohn Bashar al-Assad.

Brisante Schweizer Fälle

Heute ist die «Rundschau» vor allem auch für brisante Schweizer Fälle bekannt. Ob Raser, Lohnskandale oder Prügelpolizisten, mehr als einmal hat die Sendung schweizweit Themen aufs Parkett gebracht.

Auch Gysling schaut heute noch ab und zu «Rundschau». «Die Sendung hat sich stark verändert. Das ist normal», sagt er – ohne Nostalgie.

Spezial-«Rundschau»: Mittwoch,20.55 Uhr, SRF1.

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