SRF verzichtet auf dritte Staffel von «Seitentriebe»

Nach Quoten-Rückgang stellt das Schweizer Fernsehen die Serie von Güzin Kar ein.

Nach der zweiten Staffel ist Schluss: Szene aus «Seitentriebe» von Güzin Kar. Foto: PD

Nach der zweiten Staffel ist Schluss: Szene aus «Seitentriebe» von Güzin Kar. Foto: PD

Pascal Blum@pascabl

SRF stoppt die Serie «Seitentriebe». Das Interesse an der zweiten Staffel sei «unter unseren Erwartungen» gelegen, sagt Urs Fitze, Leiter Fiktion des Schweizer Radio und Fernsehens, zum Entscheid. Eine dritte Staffel sei nicht geplant.

Hatte die erste Staffel von «Seitentriebe» durchschnittlich 312'000 Zuschauer pro Folge, waren es bei der im Oktober 2019 gestarteten zweiten Staffel noch 176'000. Der Marktanteil schwand von 16,3 auf 10,3 Prozent, minus 6 Prozent. Ersichtlich ist das in der Sendungsliste, die SRF am Donnerstag zusammen mit den Marktanteilen 2019 veröffentlichte.

SRF habe verschiedene Analysen zu den Gründen für den Zuschauerschwund erarbeitet, sagt Urs Fitze. Aussagekräftige Antworten habe man aber keine gefunden. Der Sendeplatz wurde nicht verändert, auch bestand die zweite Staffel wie die erste aus acht Teilen. In «Seitentriebe» erzählt Autorin und Regisseurin Güzin Kar von den Sex- und Liebeskrisen dreier Paare.

Gutes Ergebnis für Nicht-Sportjahr

Laut Mitteilung vom Donnerstag erreichten SRF 1, SRF 2 und SRF info im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 31,5 Prozent. Verglichen mit 2018, sind das 1,2 Prozent weniger, doch müsse man laut SRF die Zuschauerzahlen wegen grosser Sportveranstaltungen im Zwei-Jahres-Rhythmus vergleichen: Der Wert für 2019 sei der höchste Wert für ein Nicht-Sportjahr seit der Umstellung der Messmethode im Jahr 2013.

Zur Primetime am Abend habe SRF einen Marktanteil von 39,2 Prozent erzielt. Führend seien die SRF-Sender am Abend auch bei den 15- bis 29-Jährigen: Mit einem Marktanteil von 12,3 respektive 9,5 Prozent liegen SRF 1 und SRF 2 vor dem nächsten Konkurrenten ProSieben.

Die publikumsstärkste Sendung nach «Meteo» war im abgelaufenen Jahr die «Tagesschau»-Hauptausgabe vom 13. Januar mit im Schnitt 879'000 Zuschauenden. Auf grosses Interesse seien auch die «Auf und davon»-Spezialsendungen zum 10-Jahr- Jubiläum sowie «Die Auswanderer ein Jahr danach» mit durchschnittlich 867'000 respektive 862'000 Zuschauenden gestossen.

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