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TV-Kritik: Der Riesenpenis und das gescannte Gehirn

Eine ARD-Doku versuchte gestern, das Wesen jenes Millionenblatts zu ergründen, das eben Justizministerin Simonetta Sommaruga verklagt hat – der «Bild». Es gelang nicht ganz.

Grosse Letter, laute Stimme: Die Anzeigenannahme der «Bild»-Zeitung (Aufnahme vom 2. Mai 2007)
Grosse Letter, laute Stimme: Die Anzeigenannahme der «Bild»-Zeitung (Aufnahme vom 2. Mai 2007)
Keystone
Sorgt auch in der Schweiz für Aufsehen: Gegen Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) reichte die «Bild» eine Strafanzeige ein. Anlass waren die Haftbefehle gegen drei deutsche Steuerfahnder. (4. April 2012)
Sorgt auch in der Schweiz für Aufsehen: Gegen Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) reichte die «Bild» eine Strafanzeige ein. Anlass waren die Haftbefehle gegen drei deutsche Steuerfahnder. (4. April 2012)
Keystone
Gründervater: Axel Springer, aufgenommen in seinem Büro in Hamburg. (18. Oktober 1958)
Gründervater: Axel Springer, aufgenommen in seinem Büro in Hamburg. (18. Oktober 1958)
Keystone
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Nicht alles ist schlecht an der «Bild», durchaus nicht. An guten Tagen brilliert sie mit knallhartem, aufwendigem Recherche-Journalismus, die Mauscheleien des kürzlich zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff etwa wurden grossteils von «Bild»-Reportern aufgedeckt. Mit solchen Storys wird die auflagenstärkste deutschsprachige Zeitung ihrem selbst erteilten Auftrag als Anwältin des kleinen Mannes denn auch tatsächlich gerecht. «Die ‹Bild›-Zeitung ist schon ein Stück... wenn ich das mal so sagen darf... eine Art direkte Demokratie», radebrechte in bekannter Manier CSU-Urgestein Edmund Stoiber – ein grösseres Kompliment ist aus dem Umfeld deutscher Spitzen-Politik, die sich traditionell nach Kräften wehrt gegen Ermächtigungen des Stimmbürgers, kaum denkbar.

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