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TV-Kritik: Dünen und Drogen

Der «Tatort»-Kommissar aus Hamburg konnte nicht anders und löste im Urlaub einen Fall. Für den Zuschauer hiess das: Viele schöne Bilder, aber wenig Spannung.

«Mit meinen Überstunden könnte ich ein Auslandssemester nehmen!» Kommissar Thorsten Falke verabschiedete sich gestern in die Ferien auf die Nordseeinsel Langeoog. Das kam überraschend, war es doch erst der zweite Einsatz des ruppigen Ermittlers, der sich das Hamburger «Tatort»-Kommissariat mit Til Schweiger teilt. Statt Strassenkrimi also Meer, Dünen und Wind. Aber natürlich liess das Unheil auch im Idyll nicht lange auf sich warten. Der verwirrte Teenager Florian rastete blutverschmiert im Sand, offensichtlich auf Drogen: Er hatte jedenfalls ein Blackout. Suboptimal, wenn neben einem eine Frauenleiche liegt.

Hatte er im Rausch zugestochen? Oder wurde ihm der Mord angehängt? Falke vermutete Letzteres. Doch die zuständige Insel-Kommissarin wollte davon nichts hören. Neiiin! Polizeiliches Kompetenzgerangel kennt man aus amerikanischen Thrillern – und es geht einem in seiner Abgelutschtheit genauso auf die Nerven wie die ganzen Depro-Ermittler in skandinavischen Krimis. Da half auch die herbe ostfriesische Kulisse nichts. Im Gegenteil, man hat ja das Gefühl, dass die «Tatort»-Macher ihre Polizisten regelmässig in idyllische Landschaften schicken, um schöne Bilder einzufangen. «Ein filmischer Stoff», heisst es dann. Sie liegen falsch. Ein TV-Krimi braucht nur einen guten Plot und plausible Dialoge. Der Rest ist löbliche Zusatzleistung.

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