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TV-Kritik: Nicht kaltblütig, aber umso entsetzlicher

Der «Tatort» aus Köln war eine jener Folgen, die kein oberflächliches Whodunnit inszenieren, sondern in menschliche Abgründe blicken.

Es ist eine Unsitte, die sich hartnäckiger im «Tatort» hält als der uralte Vorspann: Polizisten, die umständlich Todesnachrichten an Angehörige von Mordopfern überbringen. Als Zuschauer amüsiert man sich dann meistens über überforderte Schauspieler. Heute gefror einem das Lächeln im Gesicht. «Ihre drei Kinder haben das Feuer nicht überlebt», so die Kölner Kommissare zu einer Frau, deren Haus angezündet worden war. Die Kinder waren verbrannt, zuvor hatte ihnen jemand Schlafmittel eingeflösst.

Fast ein Trost war es, dass die Mutter nicht zusammenbrach, sondern die Botschaft schlicht ignorierte. «Ich will meine Kinder sehen», wiederholte sie hartnäckig. Selbst die Beerdigung überzeugte sie nicht. Von ihrem Mann, einem Luftfahrtingenieur, fehlte jede Spur. Er sei geschäftlich unterwegs, gab die Frau zu Protokoll. Doch die Ermittlungen ergaben, dass man ihm bereits vor zwei Jahren gekündigt hatte und er ins Ausland abgehauen war.

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