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«Altern kann wunderbar sein»

Heute feiert der Schauspieler und Regisseur Robert Redford seinen 75. Geburtstag.

Der Schönling: Robert Redford um 1960.
Der Schönling: Robert Redford um 1960.
Getty Images
«The Alfred Hitchcock Hour»: Robert Redford 1962.
«The Alfred Hitchcock Hour»: Robert Redford 1962.
CBS Photo Archive/Getty Images
Das eigene Filmfestival: Robert Redford 2011 beim Sundance Film Festival in Park City, Utah.
Das eigene Filmfestival: Robert Redford 2011 beim Sundance Film Festival in Park City, Utah.
Keystone
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Der volle rotblonde Haarschopf wirkt zerzaust, das Gesicht zerfurcht: Robert Redford ähnelt seit längerem nicht mehr dem Idealbild, das seine berühmten Filmrollen geprägt haben. Das nimmt er gelassen hin. Man müsse der Natur ihren Lauf lassen, sagte er in einem Interview. «In Amerika gilt das Altern fast als etwas Illegales. Dabei kann es wunderbar sein.»

Sein letzter Film, «Lions for Lambs», wirft Fragen auf, die zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 erneut diskutiert werden. Redford sagte zum Kinostart 2007, ihn habe als Regisseur beschäftigt, welche Faktoren zu den Kriegseinsätzen der USA in Irak und Afghanistan führten: «Wie ist es möglich, dass die Medien zu Ausführungsgehilfen der Politiker wurden und dass Politiker ungestraft lügen.»

Robert Redford bezeichnet sich als Patriot. In seinen Filmen, vor allem denen, die er selbst als Regisseur und Produzent verantwortet hat, geht es ihm um die Verteidigung freiheitlicher und moralischer Werte. Im Jahr 2002 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Die Wolken Hollywoods

Hollywood war für ihn noch nie ein mythischer Ort. Er wuchs in Los Angeles auf; geboren wurde er in Santa Monica in einer Familie mit irischen Wurzeln.

Mit fünf oder sechs Jahren, so erzählte er einmal, habe er bei den 20th-Century-Fox-Studios eine riesengrosse Leinwand gesehen, auf der ein blauer Himmel mit weissen Wolken gemalt war. Er habe seine Grossmutter gefragt, warum sie nicht den wirklichen Himmel filmten, der doch so viel schöner sei. Ihre Antwort «Das ist eben Film» hat er nie vergessen. Als älterer Mann sagte er: «Das Geschäft wird in Hollywood immer an erster Stelle stehen.»

Als Kind soll er rauflustig gewesen sein. Als Baseball-Talent bekam er ein Stipendium an der Universität in Colorado, flog aber 1957 wegen Trunkenheit. Danach beschloss er, sein künstlerisches Talent in Europa zu schulen. Er lebte in Florenz, Paris und München. «Da habe ich auch erst angefangen, mich für Politik zu interessieren.»

Nach seiner Rückkehr begann der blonde Schönling mit dem sonnigen Lächeln eine schauspielerische Ausbildung. Seinen grossen Durchbruch erlebte er 1969 an der Seite von Paul Newman in dem Western «Butch Cassidy and the Sundance Kid». Das Duo wiederholte seinen Erfolg in der 30er-Jahre-Gaunerkomödie «The Sting» (1973).

«Totaler Schock»

Der plötzliche Ruhm war für Redford «ein totaler Schock». Er habe seine Balance verloren, sagte er Jahre später. Bewunderung sei «wie eine Droge fürs Ego, aber es ist gleichzeitig eine Falle.» Er bediente das Gefühlskino als zum Anschmachten schöner, romantischer Liebhaber - zum Beispiel in «Out of Africa», «Legal Eagles» oder «Havana».

Seit Beginn seiner Karriere produzierte er auch selbst Filme mit aktuellen politischen Bezügen wie «Bill McKay», in dem er einen Präsidentschaftskandidaten spielt, der nur wegen seines Aussehens gewählt wird.

Den Reportern, die den Watergate-Skandal des US-Präsidenten Richard Nixon aufgedeckt hatten, kaufte er die Filmrechte ab: «All the President's Men» wurden zum Lehrstück auf der Leinwand. Den Oscar bekam er 1981 als Regisseur für sein Sozialdrama «Ordinary Poeple».

SDA/net

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