Charlie Chaplin war «progressiv» - aber kein Kommunist

Die USA beschuldigten Charlie Chaplin des Kommunismus' und verweigertem ihm jahrelang die Einreise. Neu veröffentlichte Akten des britischen Geheimdiensts entlasten den Schauspieler nun.

Mit den USA auf Kriegsfuss: Chaplin in einer Szene des Films The Goldrush (Goldrausch).

(Bild: Keystone)

Der Stummfilmstar Charlie Chaplin ist nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes «radikal» und «progressiv» gewesen, aber nicht im politischen Sinne «gefährlich». Zu diesem Ergebnis kam der Auslandsgeheimdienst 1958 nach Ermittlungen zu den angeblichen kommunistischen Überzeugungen des Schauspielers, wie am Freitag veröffentlichte Akten des MI5 zeigen.

Der Geheimdienst war sechs Jahre zuvor von der US-Botschaft in London mit den Recherchen beauftragt worden, da sie Chaplin verdächtigte, eine geheime Spende an die Kommunistische Partei in den USA gemacht zu haben.

Keine Geburtskunde gefunden

1953 wurde ihm nach einem Auftritt in London deswegen sogar die Rückkehr in die USA verweigert, die unter Senator Joseph McCarthy eine Ära intensivsten Antikommunismus' erlebten. Der britische Geheimdienst fand jedoch bei seinen Recherchen keinerlei Beleg für die angebliche Gefährlichkeit Chaplins.

Ebensowenig fand der MI5 aber die Geburtsurkunde des als Charles Spencer geborenen Stars. Es wird angenommen, dass Chaplin 1889 in London geboren wurde. 1910 wanderte er in die USA aus. Es sei «seltsam», dass es keine Spur von der Geburtsurkunde gebe, sagte damals MI5-Vertreter John Marriott. «Aber ich denke, das hat für Sicherheitsfragen keine grosse Bedeutung.»

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