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Corona zwingt Hollywood in die Knie

Wenn der Ausnahmezustand bis Ende Mai anhält, beträgt der weltweite Schaden 17 Milliarden Dollar.

Hier fällt keine Klappe mehr: Die Dreharbeiten zu «Jurassic World: Dominion» in London sind vorerst unterbrochen. Foto: Twitter
Hier fällt keine Klappe mehr: Die Dreharbeiten zu «Jurassic World: Dominion» in London sind vorerst unterbrochen. Foto: Twitter

Das hat es in der Geschichte der Filmindustrie in diesem Ausmass noch nie gegeben: Die grossen amerikanischen Filmstudios haben die Dreharbeiten zu fast allen Blockbustern, die sich in Produktion befinden, unterbrochen. Während in anderen Ausnahmesituationen wie Kriegen die Filmproduktion manchmal sogar hochgefahren wurde, für Propaganda und Ablenkung, zwingt die Corona-Pandemie Hollywood in die Knie.

Universal hat alle Filmproduktionen in die Zwangspause geschickt, darunter die «Jurassic Park»-Fortsetzung «Jurassic World: Dominion», die gerade in London gedreht wird. Netflix hat unter anderem die Produktion der nächsten Staffel der Serie «Stranger Things» und den Actionfilm «Red Notice» abgebrochen. Warner Brothers hatte bereits die Produktion eines noch unbetitelten Elvis-Presley-Films in Australien gestoppt, nachdem mit Tom Hanks einer der Hauptdarsteller an Covid-19 erkrankt war. Am Wochenende beendete das Studio auch die Dreharbeiten zu «The Batman» in England, dem nächsten Teil der Comic-Reihe, in dem Robert Pattinson das Batcape übernimmt.

Disney verliert derzeit 300'000 Dollar – pro Tag und Film

Disney unterbricht derzeit die Dreharbeiten zum Comic-Film «Shang-Chi and The Legend of the Ten Rings», dem Remake des Animationsfilmklassikers «Arielle» und zu Ridley Scotts Abenteuerepos «The Last Duel» mit Matt Damon und Ben Affleck in den Hauptrollen. Weitere Filme wie das Remake von «Peter Pan» befinden sich erst in Vorproduktion, werden aber ebenfalls mit der Pausetaste belegt. «Hollywood Reporter» berichtet, dass die Zwangspause Disney um die 300'000 Dollar kostet – pro Tag und pro Film.

Die meisten Studios wollen erst mal etwa zwei Wochen abwarten. Aber wie lange die Unterbrechung des Alltags dauern wird, ist für Hollywood natürlich genauso ungewiss wie für den Rest der Welt auch. Was bedeutet, dass die Kinostartlisten der nächsten Monate und vielleicht sogar Jahre komplett durcheinandergewirbelt werden. Denn neben den Projekten, die derzeit nicht wie geplant fertiggestellt werden können, wurde in den vergangenen Tagen auch von den bereits fertigen Filmen ein Blockbuster nach dem anderen zurück ins Lager geholt.

Die Starts von «Mulan», dem James-Bond-Film «No Time to Die», «Fast & Furious 9» und etlichen anderen wurden vorerst abgesagt. Laut «Hollywood Reporter» beläuft sich der Corona-Schaden an den weltweiten Kinokassen bereits jetzt auf etwa 7 Milliarden Dollar und könnte, wenn der Ausnahmezustand bis Ende Mai anhält, bald bis zu 17 Milliarden Dollar betragen. Allein der nordamerikanische Kinomarkt, immer noch der grösste der Welt, brach laut «Variety» im Vergleich zum Vorwochenende um bis zu 40 Prozent ein.

«Etwas Spass und Freude» bei Disney+

Wobei sich mit den Folgen von Lagerkoller und Netflix-Müdigkeit durchaus auch Geld verdienen lässt. Disney zum Beispiel zog den Digitalverkauf des letzten «Star Wars»-Abenteuers «The Rise of Skywalker» spontan um vier Tage nach vorn. Und der Streamingstart des Trickfilmhits «Frozen 2» wurde sogar um drei Monate vorgezogen. Zumindest in den USA ist der Film bereits jetzt auf der hauseigenen Plattform Disney+ zu sehen, um «etwas Spass und Freude in diese herausfordernde Zeit» zu bringen, wie die Firma am Wochenende mitteilte.

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