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Das Eichhörnchen, der Lustkiller

Tote Nager können die romantischste Vollmondnacht ruinieren. Dies zeigt der heutige Kurzfilm.

Liebe Anti-Monarchisten, Zynikerinnen, Feministen und Luftschloss-Abreisserinnen: Ihr müsst jetzt ganz, ganz stark sein. Denn nicht nur ist dies das Wochenende, an dem im schönen Königreich Schweden ein Ex-Bikini-Model zur Prinzessin wird, nein: Jetzt gehts auch noch im heutigen Kurzfilm um blaues Blut und heisse Herzen.

Wie sich das für eine waschechte, computeranimierte Prinz-sucht-Prinzessin-Story gehört, ist sie standesgemäss angesiedelt in einem Zauberwald. Der Mond steht kugelrund am Himmel, das ferne Schloss wirft blaue Schatten ins Tal, Eichhörnchen springen munter zwischen rauschigen Zweigen umher ... Alles ist heiter Mondschein, sozusagen, bis – ja, bis ein pubertärer Königsspross mit Pfeil und Bogen des Waldweges kommt und munter draufloszielt auf alles, was sich da so bewegt, der Schlingel.

Grössenwahn und Hormone

Einhalt gebietet diesem martialischen Treiben erst die mitternächtliche Begegnung mit einer backfischernen Königstochter. Und wie es so ist nach ein paar scheuen royalen Blick- und Wortwechseln, soll der Prinz seiner Schönen erst ein paar Blüten vom Baumwipfel schiessen und dann gar den Mond. Der junge Schütze, beflügelt von Grössenwahn und Hormonen, geht die Aufgabe natürlich wacker an. Bloss gilt eben auch im Märchen: Hochmut kommt vor dem Fall. Und Letzterer wird hier – man mag es kaum schreiben – von einem (schein)toten Eichhörnchen vollführt.

Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, bloss dies noch: Dass ein blutender Nager der royalen Romantik nicht eben zuträglich ist, weiss auch der in Prinzsachen unversierte Leser. Item: Wem das alles zu überkandidelt ist, dem empfehlen wir, schlicht die Augen zu schliessen und das Filmchen von Christoph Gabathuler einfach als Klangerlebnis zu konsumieren. Der bohemiene Örgeli-Soundtrack von Manuel Gerber nämlich ist auch ohne visuelle Untermalung ganz lüpfig anzuhören.

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