Das ist gelebte Archäologie!

Im Sommer 2019 bringt Steven Spielberg eine weitere Folge von «Indiana Jones» in die Kinos. Harrison Ford wird dann 77 sein.

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Pascal Blum@pascabl

Was sei denn das Schwierigste? Das Schwierigste, sagte der Stuntman, sei es, dass man gleichzeitig die Peitsche schwingen und aufpassen müsse, dass einem der Hut nicht vom Kopf falle. So einfach sei das gar nicht! Darauf ging das «Indiana Jones Epic Stunt Spectacular» in den Disney’s Hollywood Studios in Orlando, Florida, weiter. Womit, weiss ich jetzt nicht mehr, das ist lange her. Familienferien! Nur eins dachte ich damals: Sicher hat man in Hollywood die Hilfsmittel, um einen Hut am Kopf anzumachen. Aber das war zu kurz gesprungen, denn wie wäre es dann zu jener symbolhaften Szene in «Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull» (2008) gekommen, in der Harrison Fords Forschungsreisender mit einer wendigen Bewegung den Filzhut vom Boden aufliest?

Es war die ikonische Geste einer Wiederaneignung im Pensionsalter. Genährt wohl auch von der Fantasie, dass ein aus Pop und Mythen geborener Archäologe theoretisch so alt werden kann wie die Bundeslade, die er in «Raiders of the Lost Ark» (1981) vor den elenden Nazis in Sicherheit gebracht hatte.

Im Sommer 2019 bringt Steven Spielberg eine weitere Folge in die Kinos; Harrison Ford wird dann 77 sein. Immer noch jünger als Bernie Sanders! Und es braucht ja nicht nur der Indiana Jones einen Vergangenheitshaufen, in dem er graben kann, bis er eine noch immer glänzende alte Liebe ausschaufelt (oder zumindest einen lustig geformten Lehmklumpen). Nein, auch ein Harrison Ford hat Anrecht auf die Lebensfurchen, die sich in sein Gesicht eingraben. Das ist gelebte Archäologie! Und als rüstiger Best Ager im Königreich des Silberschädels wird Ford auch noch sein Sprungbein belasten können, solange er dabei nicht übertreibt.

Er arbeitete ja als Schreiner, bevor ihn George Lucas als Stand-in für Kameratests anheuerte und dann als Weltenschmuggler Han Solo in «Star Wars» besetzte. Harrison Ford strahlt das auch als Indiana Jones noch aus, dieses Flair fürs Grobgehobelte und Abgescheuerte. Und weil er nun sogar aussieht wie Sandpapier, freut man sich schon auf das Abenteuer, das laut Internet Movie Database «Indiana Jones 5» heisst. Allzu einfach wirds nicht, aber das Schwierigste hat Harrison Ford längst hinter sich. Hut an!

Was steckt tatsächlich hinter dem Filzhut von Indiana Jones? Dieser Filmfreak fasst es zusammen. Vom Hero Fedora bis hin zum Grey Clipper Fedora. (Quelle: Youtube / Robfilmmaker)

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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