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Der heimliche Gewinner von Solothurn

Die Solothurner Filmtage werden mit einem Publikumsrekord zu Ende gehen und würdigen Jean-Stéphane Brons Siegerfilm als «soziales und politisches Projekt». Der grosse Gewinner ist jedoch ein anderer.

Der Lausanner Regisseur Jean-Stéphane Bron hat in seinem Film die Finanzkrise thematisiert. Sein Film «Cleveland vs. Wall Street» gilt als Favorit im Rennen um den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm.
Der Lausanner Regisseur Jean-Stéphane Bron hat in seinem Film die Finanzkrise thematisiert. Sein Film «Cleveland vs. Wall Street» gilt als Favorit im Rennen um den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm.
D.R.
Der Publikumspreis bei den 46. Solothurner Filmtagen ist bereits vergeben: an Paul Riniker und seine Camping-Romanze «Sommervögel». Der grosse Gewinner der Filmtage heisst jedoch...
Der Publikumspreis bei den 46. Solothurner Filmtagen ist bereits vergeben: an Paul Riniker und seine Camping-Romanze «Sommervögel». Der grosse Gewinner der Filmtage heisst jedoch...
Keystone
Bundespraesidentin Micheline Calmy-Rey hat die 46. Solothurner Filmtage am 20. Januar 2011 eröffnet.
Bundespraesidentin Micheline Calmy-Rey hat die 46. Solothurner Filmtage am 20. Januar 2011 eröffnet.
Keystone
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Aus den Händen der Jury konnte Jean-Stéphane Bron die Trophäe des hochdotierten «Prix de Soleure» für seinen erfolgreichen Dokfilm «Cleveland vs. Wall Street» entgegennehmen. Das Werk über die Auswirkungen der US-Finanzkrise wurde in der Begründung als «soziales und politisches Projekt» gewürdigt.

Der Regisseur habe mit der Finanzkrise ein Thema gewählt, das die ganze Welt betreffe: «Wir sind Teil dieses Systems», sagte Jurymitglied Manon Schick, Direktorin von Amnesty Schweiz. Bron setze mit seinem Film, in dem ein Prozess mit offenem Ausgang inszeniert wird, Vertrauen in die Urteilskraft des Publikums.

Favorit für den Schweizer Filmpreis

«Cleveland vs. Wall Street» darf auch als Favorit im Rennen um den Schweizer Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm gelten. Der Quartz 2011 wird Mitte März in Luzern verliehen. Zur Jury für den «Prix de Soleure» gehörten neben Manon Schick der deutsche Regisseur Benjamin Heisenberg und der Künstler San Keller.

In der Ausmarchung um den mit 60'000 Franken dotierten Preis waren je fünf Spiel- und Dokumentarfilme. Dem Publikum der Filmtage hat «Sommervögel» am besten gefallen. Die unkonventionelle Liebesgeschichte zwischen zwei Aussenseitern setzte sich gegen zwölf andere Streifen durch.

Paul Riniker ausgezeichnet

Regisseur Paul Riniker kann sich mit dem «Prix du Public», der mit 20'000 Franken dotiert ist, über eine Enttäuschung in der Nacht der Nominationen hinwegtrösten. Dort erhielt der Film nur eine Nennung: Sabine Timoteo bleibt für ihre Darstellung der geistig behinderten Greta im Rennen um einen Hauptrollen-Preis. Der grosse Gewinner an der Nacht der Nominationen war jedoch der Zürcher Peter Luisi.

Der Autor, Regisseur und Produzent ist im Schweizer Film der Mann der Stunde. Aus Saarbrücken hatte er schon den Publikumspreis für seinen neuen Film «Der Sandmann» im Gepäck, nun sammelte er in Solothurn auch die meisten Nominationen für den Schweizer Filmpreis. Seine skurrile Geschichte über einen Unsympath, der buchstäblich versandet, wurde von den rund 300 Mitgliedern der Schweizer Filmakademie in drei Kategorien nominiert, darunter auch als bester Spielfilm neben Michael Steiners «Sennentuntschi» und dem Krebsdrama «Stationspiraten». Zudem ist Luisi mit der halbstündigen Komödie «Die Praktikantin» für den besten Kurzfilm nominiert.

Die zweite grosse Gewinnerin ist die Zürcher Produzentin Ruth Waldburger: Mit «La petite chambre» und Silvio Soldinis «Cosa voglio di più» ist sie gleich mit zwei Produktionen im Rennen um den besten Spielfilm. Beide Werke wurden ausserdem für das beste Drehbuch nominiert. Sämtliche Nominationen für den Quartz-Filmpreis sind – im Sinne von Qualitätsprämien für den Schweizer Film – mit Preisgeldern in einer Gesamthöhe von 425 000 Franken verbunden. Der Filmpreis selber ist undotiert.

Mit 53 000 Zuschauern sind die Solothurner Filmtage mit einem neuen Besucherrekord zu Ende gegangen. Gegenüber dem Vorjahr lockte das Festival damit vier Prozent mehr Zuschauer in die Kinos.

SDA/Florian Keller/pbe

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