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Der lange Weg nach Abbottabad

Die Jagd nach Bin Laden als wertfreie Abfolge von Fakten: Das ist der Anspruch, den Kathryn Bigelow mit ihrem Spielfilm «Zero Dark Thirty» einlösen will. Sie unterschätzt dabei die Macht des Kinos.

Chronik einer Verhärtung: Jessica Chastain sinnt in «Zero Dark Thirty» auf Vergeltung im Namen des Vaterlands. (Bild: Jonathan Olley, Universal Pictures)
Chronik einer Verhärtung: Jessica Chastain sinnt in «Zero Dark Thirty» auf Vergeltung im Namen des Vaterlands. (Bild: Jonathan Olley, Universal Pictures)

Zu Beginn steht sie in einem verdreckten Container und duckt sich in die Ecke, als ihr Kollege einen Häftling durch Folter zum Reden bringen will. Ihren entgeisterten Blick gewöhnt sie sich bald ab, das gehört halt zum Job. Acht Jahre später sitzt sie allein im riesigen Laderaum eines Armeeflugzeugs, und da rinnen ihr Tränen der Erfüllung übers Gesicht: Da hat ihr Leben plötzlich seinen Sinn verloren, weil ihre grosse, ihre einzige Mission, der sie alles untergeordnet hatte, vollbracht ist. Osama Bin Laden ist tot, und um Maya herum: die grosse Leere.

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