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Die Frau, die Berlusconi ärgert

Sabina Guzzanti hat einen Dokumentarfilm über das Versagen Silvio Berlusconis nach dem Beben von L'Aquila gedreht. Nun tobt die italienische Regierung.

Kritisiert Berlusconi: Die italienische Regisseurin Sabina Guzzanti.
Kritisiert Berlusconi: Die italienische Regisseurin Sabina Guzzanti.
Keystone

Aus Protest gegen die Vorführung des italienischen Dokumentarfilms «Draquila - Italien zittert» will der italienische Kulturminister Sandro Bondi die Filmfestspiele von Cannes boykottieren.

Es handle sich um einen «Propagandafilm, der die Wahrheit und das ganze italienische Volk beleidigt», erklärte Bondi. Die italienische Schauspielerin und Regisseurin Sabina Guzzanti ahmt in ihrem Film den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nach, der den Wiederaufbau nach dem Erdbeben im italienischen L'Aquila zur Chefsache erklärt hatte.

Ähnlich wie der US-Regisseur Michael Moore nutzt Guzzanti das Mittel des Dokumentarfilms, um das Krisenmanagement der italienischen Regierung nach dem Beben zu kritisieren.

Schwere Vorwürfe

Sie habe zeigen wollen, dass die Überlebenden des Erdbebens sechs Monate in Zelten hätten ausharren müssen, nur weil die Regierung im September die Übergabe von Häusern als «Wunder» habe feiern wollen, sagte die Regisseurin in einem Interview mit der Website «Articolo 21». «Dieser Film ist eine Reflexion über die autoritäre Entwicklung dieses Landes», fügte sie hinzu.

Bei dem Beben mit der Stärke 6,3 waren am 6. April vergangenen Jahres 308 Menschen ums Leben gekommen, 120'000 Bewohner von L'Aquila und den umliegenden Dörfern verloren ihr Dach über dem Kopf. Das 63. Filmfestival von Cannes findet vom 12. bis 23. Mai statt, der Film «Draquila - Italien zittert» läuft ausserhalb des Wettbewerbs.

SDA/jak

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