Zum Hauptinhalt springen

Die Macht liegt nun bei Disney

Disney kauft Lucasfilm für vier Milliarden und will 2015 mit einer neuen «Star Wars»-Trilogie starten. Was bedeutet das? Wie sind die Reaktionen?

lmm
Sofort entstanden Mashups, die auf Instagram und Twitter verbreitet wurden, von Darth Mouse über...
Sofort entstanden Mashups, die auf Instagram und Twitter verbreitet wurden, von Darth Mouse über...
Twitter
...den Maus-Todesstern...
...den Maus-Todesstern...
Twitter
1 / 4

4,05 Milliarden Dollar bezahlt Disney für Lucasfilm, die Firma von Starregisseur George Lucas. Damit erwirbt der Unterhaltungskonzern die Rechte an «Star Wars» – und hat umgehend eine Fortsetzung angekündigt. Der 68-jährige Lucas sagte, er wolle «Star Wars» an eine jüngere Generation von Filmemachern weitergeben, bevor es zu spät sei. Die Grundlagen für neue «Star Wars»-Filme sind aber bereits von Lucas und Kathleen Kennedy ausgearbeitet worden. Kennedy ist seit kurzem Co-Chefin von Lucasfilm und wird diese Rolle auch unter Disney innehaben.

Disney kauft mit dem Geschäft nicht nur die Rechte an «Star Wars», sondern auch am «Indiana Jones»-Franchise, mit dem man allerdings (noch) keine Pläne hat. Ausserdem gehören die preisgekrönten High-Tech-Produktions-Studios Industrial Light & Magic und Skywalker Sound sowie die Computerspieleschmiede Lucas Arts zum Paket. Doch hauptsächlich ging es um «Star Wars», wie Disney-Chef Robert Iger sagte: Das Universum mit 17'000 Charakteren, einigen Tausend Planeten und einer Zeitspanne von 20'000 Jahren biete «unendlich viel Inspiration und unendlich viele Möglichkeiten, die Saga fortzuführen».

Neue Breiten und Tiefen

Die nächste Trilogie wurde bereits angekündigt: Der erste Teil, «Star Wars Episode 7» soll 2015 in die Kinos kommen, Teil 8 und 9 jeweils zwei bis drei Jahre danach. Die Trilogie wird die Geschichte von Luke Skywalker, Han Solo und Prinzessin Leia nach «Rückkehr der Jedi-Ritter» fortführen. Der letzte Teil war im Jahr 2005 «Episode III – Die Rache der Sith».

Disney sieht aber auch über die Filme hinaus viel Potenzial, wie Manager Jay Rasulo erklärt: «‹Star Wars› ist zu sehr auf Nordamerika und auf Spielzeuge ausgerichtet. Wir sehen grosse Möglichkeiten, das Franchise in neue Tiefen und Breiten auszuweiten.» So soll es neben den Filmen auch neue Fernsehserien, Merchandising-Produkte, Videospiele und Themenparks geben. Für Filmstudios ist es sehr schwer und mit grossem Risiko behaftet, neue Figuren einzuführen; lieber greift man auf Altbewährtes wie die bekannten «Star Wars»-Charaktere zurück und reizt diese aus, vom Film über die Actionfigur aus Plastik bis zur Bettwäsche.

Der 1923 von den Brüdern Walt und Roy Disney gegründete Konzert ist der grösste Unterhaltungskonzern der Welt und machte letztes Jahr mit Film, Fernsehen, Merchandising und Themenparks einen Umsatz von 40 Milliarden Dollar. Erst vor wenigen Jahren kaufte der Konzern für 7,4 Milliarden Dollar die Pixar Animation Studios und die Comicfirma Marvel Entertainment für 4 Milliarden.

Die Reaktionen der Fans sind verhalten. Einige sind vorsichtig optimistisch und freuen sich auf neue Filme mit ihren Helden – andere werfen George Lucas schon lange Kommerzialisierung und Ausverkauf vor und finden nur die Original-Trilogie gut. Für diese dürfte der Verkauf von Lucas' Lebenswerk nur das Tüpfelchen auf dem i sein – erst recht an einen Konzern wie Disney. Daneben spekulierten einige Fans unter dem Hashtag «DisneyStarWars» über neuartige Namensschöpfungen für künftige Filme und fertigen Mashup-Bilder an (siehe Bildstrecke). Unter den amüsanteren waren Vorschläge wie «Bambi Wan Kenobi».

Kein Bieter-Wettbewerb

Was sagt George Lucas dazu? In einem von Disney veröffentlichten Video sagte er mit traurigen Augen: «Ich wollte weitergehen und neue Sachen machen, zum Beispiel experimentelle Filme. Jetzt habe ich die Möglichkeit dazu. Ich bin zuversichtlich, dass Disney sich gut um das Franchise kümmern wird, das ich aufgebaut habe.» Da der Kaufpreis zur Hälfte in Disney-Aktien bezahlt wird, wird er zu den zehn grössten Aktionären gehören – das sei sein Rentenfonds. Für Lucas passte es perfekt mit Disney; er sei schon lange Fan und habe schon oft mit ihnen zusammengearbeitet.

Andere Konzerne wie Fox beklagten sich, dass es keinen Wettbewerb gegeben habe, sie hätten gar nie die Möglichkeit gehabt, ein Angebot abzugeben. Der Verkauf muss noch von der Regulierungsbehörde abgesegnet werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch