Eine Französischlektion im Kino

Das in Biel ansässige Festival du Film Français d’Helvétie (FFFH) ­expandiert in die Stadt Bern. Die Festivalleitung versteht ihre Präsenz im Kino Cineclub als den Beginn einer langfristigen überregionalen Positionierung.

Edna Epelbaum, Christian Kellenberger und Charlotte Masini (v.l.) betreten in Bern Neuland.

Edna Epelbaum, Christian Kellenberger und Charlotte Masini (v.l.) betreten in Bern Neuland.

(Bild: Beat Mathys)

Es herrscht gelebte Zweisprachigkeit, wenn die Crew des Bieler Festival du Film Français d’Helvétie zusammensitzt: Der Direktor Christian Kellenberger und die Vizedirektorin Charlotte Masini reden Französisch, die Programmverantwortliche Edna Epelbaum hingegen spricht Berndeutsch. Die grundlegende Mission des Festivals, das diesen September bereits in die 13. Ausgabe steigt, ist seit der ersten ­Ausgabe die gleiche geblieben: dem deutschsprachigen Kinopublikum französischsprachige Filme näherbringen.

Feste Grösse in Biel

In der Stadt Biel ist der Anlass längst eine feste Grösse. Obwohl einige der in Biel gezeigten Filme bereits zuvor in der Romandie liefen, zeigt das FFFH etliche Schweizer Premieren und geniesst den Ruf einer etablierten Plattform, wenn es darum geht, das frankofone Filmschaffen im deutschsprachigen Raum erstmals untertitelt zu präsentieren. Nicht zuletzt, weil auch prominente Gäste eingeladen werden. Angesichts dieses Profils ist ein Vordringen in eine nicht zweisprachige Stadt der nächste logische Schritt. Wie Kellenberger betont, ist man in Bern mit offenen Armen empfangen worden: «Die Stadt, der Kanton und der Bund unterstützen unser dortiges Unterfangen. Alec von Graffenried wird auch persönlich anwesend sein.»

Im Moment ist der Berner Ableger des Festivals im Cineclub noch ein kleiner Bruder des Hauptevents, auch die Macher selbst sprechen von einer «Aussenstelle». Das Stadtberner Kino wird an drei von fünf Festivaltagen in Betrieb sein, vom 15. bis zum 17. September.

Zuerst kommt «Bonjour»

Gezeigt werden sollen um die 15 Filme. Kellenberger streicht allerdings heraus: «Wir fangen in Bern bescheiden an, aber die Finanzierung läuft über drei Jahre. Schliesslich betreten wir Neuland und brauchen Zeit, um am Konzept arbeiten zu können.»

Edna Epelbaum fügt hinzu: «Bern ist zwar die Landeshauptstadt, hat aber kein eigenes Filmfestival, das vom Bundesamt für Kultur unterstützt wird – darauf reagieren wir. Ausserdem sind wir davon überzeugt, dass unser Angebot die Stadtberner Bevölkerung ansprechen wird.» Epelbaum kennt dieses Publikum ziemlich gut: Sie betreibt seit zwei Jahren die Quinnie-Kinos, zu denen auch das Cineclub gehört.

Christian Kellenberger ergänzt: «Unsere seit je zweisprachige Kommunikation gestalten wir für Bern eine Spur deutschlastiger. Aber wir verstehen uns eindeutig als Botschafter der französischsprachigen Kultur und sagen zuerst ‹Bonjour› und erst dann ‹Grüessech›!»

Berner Zeitung

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