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Filipino gewinnt Goldenen Leoparden

Der fünfeinhalbstündige Film «From What Is Before» gewinnt die begehrte Auszeichnung am Filmfestival Locarno. Die Schweizer Filme gingen leer aus – mit einer Ausnahme.

Sein Film überzeugte die Jury: Der philippinische Regisseur Lav Diaz von «What is before». (7. August 2014)
Sein Film überzeugte die Jury: Der philippinische Regisseur Lav Diaz von «What is before». (7. August 2014)
Urs Flüeler, Keystone

Der Goldene Leopard des Festival del film Locarno geht an den fünfeinhalb Stunden langen Film «Mula sa kung ano ang noon» («From What Is Before») des philippinischen Regisseurs Lav Diaz.

Die Jury des internationalen Wettbewerbs unter der Leitung des italienischen Regisseurs Gianfranco Rosi war sich einig: Es bedürfe keiner grossen Worte, um die Entscheidung zugunsten des philippinischen Werks zu erläutern. «Natürlich» gehe der Pardo d'oro an Lav Diaz, sagte Rosi. Dennoch sollte eine kurze Erklärung folgen: Rosi lobte die Schönheit des Werkes und die «intensive Erfahrung», die der Film einen beschere. «Trotz der Länge schafft es Diaz, stets die Spannung aufrecht zu erhalten.»

Im Spielfilm mit dem englischen Titel «From What Is Before» lenkt Diaz, der nicht zum ersten Mal ein Werk in Locarno präsentierte, seinen Blick auf die Ereignisse in einem abgelegenen philippinischen Dorf in den 1970er Jahren, während der Zeit der Diktatur von Ferdinand Marcos.

Bei den anwesenden Kritikern und Medienvertretern erntete die Jury-Entscheidung grossen Applaus. Diaz' Film erhielt unter anderem auch den FIPRESCI-Preis der unabhängigen internationalen Filmkritiker. Um den mit 90'000 Franken dotierten Goldenen Leoparden kämpften 17 Spiel- und Dokumentarfilme.

Publikum kam in Scharen

Obwohl die Schweiz mit «Cure - The Life of Another» von Andrea taka und «L'abri» von Fernand Melgar mit zwei starken Beiträgen in den internationalen Wettbewerb trat, ging sie leer aus. Glücklos blieb auch der einzige Schweizer Beitrag im Wettbewerb der Erst- und Zweitlingswerke, der Cineasti del presente: «They Chased Me Through Arizona» von Matthias Huser erhielt weder einen Preis noch eine spezielle Erwähnung der Jury.

Dafür stand die Piazza Grande im Zeichen des Schweizer Films: Nicht weniger als vier Filme mit schweizerischer Beteiligung zeigte der künstlerische Direktor Carlo Chatrian. Der diesjährige Publikumspreis geht an Peter Luisis «Schweizer Helden». Seine Komödie über eine Truppe Asylsuchender, die den Wilhelm Tell aufführen will, lockte das Publikum in Scharen auf die Piazza. Luisis Werk mit Esther Gemsch in einer Hauptrolle wurde denn auch mit dem «Prix du Public» der UBS ausgezeichnet.

Das 67. Filmfestival endet am Samstagabend mit der Preisübergabe und dem Film «Geronimo» auf der Piazza Grande.

SDA/thu

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