Zum Hauptinhalt springen

«Hier gibt es so viele Querelen»

Bei seinem ersten Besuch am Filmfestival Locarno hat Bundesrat Didier Burkhalter der Schweizer Filmbranche einen «Neuanfang» versprochen.

Burkhalter den von Branchenkreisen unterstützten Vorschlag, die Entscheide über förderungswürdige Filme aus dem Bundesamt für Kultur (BAK) auszulagern, in die Überlegungen einbeziehen. Es sei jedoch zu früh, sich auf ein Modell festzulegen, sagte der Kulturminister.

«Normalerweise habe ich nicht viel Geduld. Aber in der Filmpolitik braucht es sie. Hier gibt es so viele Querelen», erklärte Burkhalter am Freitag in Locarno. Gemeinsam mit den interessierten Verbänden will er nach Lösungen für das künftige Filmförderkonzept suchen.

Keine Vergüngungsfahrt

Seit 1. August ist der ehemalige BAK-Filmchef Marc Wehrlin im Auftrag Burkhalters daran, eine Bestandesaufnahme von den Vorstellungen in der teilweise zerstrittenen Schweizer Filmbranche zu machen.

Dort hat sich die Lage mit der Rücktrittsankündigung des aktuellen BAK-Filmchefs Nicolas Bideau im Mai etwas entspannt. Es blieben jedoch «schwierige Herausforderungen», sagte Burkhalter. Der Festivalbesuch sei deshalb auch nicht die angenehmste seiner Aufgaben.

Keine geldwerten Zusagen

Mit dem Füllbeutel reiste der Bundesrat nicht nach Locarno. Sowohl bei der Film- wie bei der Festivalförderung, über die Ende Jahr entschieden wird, stünden die Zeichen auf Konsolidierung, beschied er - und plädierte für mehr öffentlich-private Partnerschaften. Für die Verantwortlichen der Filmszene, insbesondere für Marco Solari, den ausdauernd um mehr Bundesgelder werbenden Präsidenten des Festivals von Locarno, sind dies zwiespältige Signale. Eine klare Absage erteilte Burkhalter der rücksichtslosen Kommerzialisierung des Schweizer Films.

«Erfolg misst sich nicht nur an der Zahl der Eintritte», sagte er. Zugleich betonte der Kulturminister seine bereits bekannte Sympathie für die siebte Kunst: «Ich liebe das Kino, so wie ich das Leben liebe», erklärte er vor dem traditonsreichen Risottoessen auf dem Monte Verità.

SDA/rb

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch