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«Kontrolle killt Emotionen»

Juliette Binoche spielt in «Clouds of Sils Maria» eine Schauspielerin. Im Interview erzählt sie, wie viel die Rolle mit ihr selber zu tun hat. Und sie sagt, wann man wirklich alt wird.

Auf dem doppelten Boden des Identitätsspiels: In Olivier Assayas' «Sils Maria» (Start Ende Jahr) schlüpft Juliette Binoche in die Rolle einer älteren Schauspielerin, die Konkurrenz von einer jüngeren bekommt und sich derweil verstrickt in intime Gespräche mit ihrer Assistentin (Kristen Stewart).
Auf dem doppelten Boden des Identitätsspiels: In Olivier Assayas' «Sils Maria» (Start Ende Jahr) schlüpft Juliette Binoche in die Rolle einer älteren Schauspielerin, die Konkurrenz von einer jüngeren bekommt und sich derweil verstrickt in intime Gespräche mit ihrer Assistentin (Kristen Stewart).
PD
Gedreht hat Assayas unter anderem im Engadin, weshalb wir auch das Wetterphänomen der Malojaschlange bestaunen können.
Gedreht hat Assayas unter anderem im Engadin, weshalb wir auch das Wetterphänomen der Malojaschlange bestaunen können.
PD
Hier wars noch idyllischer, aber auch nicht sehr: Binoche und Denis Lavant in Leos Carax' «Mauvais sang»
Hier wars noch idyllischer, aber auch nicht sehr: Binoche und Denis Lavant in Leos Carax' «Mauvais sang»
PD
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Eine Schauspielerin ist natürlich nie die Figur, die sie spielt. Aber da «Clouds of Sils Maria» ein Film über Schauspielerei ist und Sie darin eine Schauspielerin spielen, darf man fragen: Gabs mehr Nähe zwischen der Fiktion und dem eigenen beruflichen Leben als sonst?

Auf der professionellen Ebene sicher. Auf jeden Fall mehr Diskussion und Widerspruch. Das ganze Skript kommt ja aus Olivier Assayas’ Kopf, und ich war nicht immer damit einverstanden. Da sagt diese Schauspielerin doch tatsächlich, sie wolle keine Proben, um sich nicht die Spontaneität des Spiels zu verderben. Ich sagte Olivier, das sei Unsinn, daran glaube ich überhaupt nicht. Schauspielerei ist die Wiedererschaffung der Spontaneität. Im vermeintlichen Nichtspiel steckt die grosse Arbeit des Spielens. Manchmal glaube ich, wir Schauspieler sind ein Mysterium für ­Regisseure, die nie gespielt haben. Sie wissen nicht, wie wir zu der Wirklichkeit kommen, die wir dann auch für wirklich halten. Und das müssen wir, aber das muss erarbeitet werden.

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