Zum Hauptinhalt springen

Kurzfilm der Woche: Grässliche Kontrolle

«Visite médicale» schickt Carlos Leal auf einen nervtötenden Trip durch die französische Bürokratie.

Die Lästigkeiten der Bürokratie: «Visite médicale» von Felix von Muralt.

Der Winter nimmt kein Ende, die Grippenviren halten sich hartnäckig. Jeder, der im Büro hustet, wird schräg angesehen. Schliesslich will man nicht schon wieder das Bett hüten. Müssten die Leute zwangsgeimpft werden? Die Franzosen würden ein solches Unterfangen wohl begrüssen. Jedenfalls sind sie nicht zimperlich, was ärztlich verordnete Untersuchungen betrifft. Die Rede ist von der sogenannten Visite médicale, die der Filmer Felix von Muralt in seinem gleichnamigen Film auf die Schippe nimmt: Offizielle ärztliche Kontrollen, die man als Ausländer, der eine Aufenthaltsgenehmigung in Paris beantragt, absolvieren muss.

Von Zwergen bedienter Mechanismus

Felix von Muralt ist ein gefragter Schweizer Kameramann, der in Paris lebt, aber immer wieder in der Schweiz dreht («Dällebach Kari»). Dazwischen dreht er eigene Kurzfilme. «Visite médicale» ist vielleicht einer seiner besten, sicher der persönlichste. Die Unfreundlichkeit, mit der die Ausländer auf dem Amt behandelt werden, ist so komisch wie deprimierend und erinnert einen an Honoré de Balzacs Definition von Bürokratie: Ein gigantischer Mechanismus, der von Zwergen bedient wird. Umso hübscher ist von Muralts Pointe, über die hier bloss so viel verraten sei: Es gibt etwas, das die Lästigkeiten der Visite médicale im Nu vergessen macht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch