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Polanski sagt Locarno ab – Festivalleitung wütend

In einem Brief begründet der Filmemacher seine kurzfristige Absage mit der kritischen Debatte in der Schweiz. Carlo Chatrian vom Festival spricht nun den Kritikern ins Gewissen.

Da lag Polanski die Welt zu Füssen: Der Regisseur mit seiner Frau Sharon Tate bei der Premiere von «Rosemary's Baby». (18. Februar 1969)
Da lag Polanski die Welt zu Füssen: Der Regisseur mit seiner Frau Sharon Tate bei der Premiere von «Rosemary's Baby». (18. Februar 1969)
Keystone
Auch mit 80 dreht er weiter Filme: Polanski am Filmfestival von Cannes. (25. Mai 2013)
Auch mit 80 dreht er weiter Filme: Polanski am Filmfestival von Cannes. (25. Mai 2013)
AFP
Am Filmset von «The Pianist».
Am Filmset von «The Pianist».
Keystone
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Das haben sie jetzt davon, die Regionalpolitiker von der CVP und der SVP. Sie hatten mit teils lauten Worten gegen die Einladung Roman Polanskis ans Filmfestival Locarno protestiert. Der polnische Regisseur hätte in Locarno einen Ehrenpreis erhalten und morgen Freitag eine Masterclass geben sollen, ausserdem wird auf der Piazza Grande sein neuestes Drama «La vénus à la fourrure» vorgeführt. Doch heute schrieb Roman Polanski dem Festival, er sage die geplante Teilnahme ab, da diese offenbar «zu Spannungen und Kontroversen» geführt habe. Grund sind Proteste von christlichdemokratischen und konservativen Tessiner Politikern. Polanski wird zur Last gelegt, er habe 1977 mit einer 13-Jährigen geschlafen, 2009 wurde er verhaftet, als er ans Zurich Film Festival reisen wollte. Die Schweiz setzte ihn unter Hausarrest, verzichtete aber später auf eine Auslieferung an die USA.

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