Shnit: Kuscheln und baden mit Kurzfilm

Bern

Das internationale Kurzfilm­festival Shnit geht in die 15. Runde. Neue Standorte, unter anderem ein Bad, bereichern das Programm in Bern.

Am Kurzfilmfestival Shnit werden über 300 Kurzfilme gezeigt. (Archivbild)

Am Kurzfilmfestival Shnit werden über 300 Kurzfilme gezeigt. (Archivbild)

(Bild: zvg)

«Das fünfzehnte Jahr ist für Shnit eine Phase des Durchatmens», sagt Olivier van der Hoeven, Festivaldirektor von Shnit. Seit 2003, als das Festival zum ersten Mal in der Berner Reitschule stattfand, hat sich das Festivalbaby zu einem vielseitigen Teenager entwickelt.

Seit Anbeginn sind viele Dinge konstant in der Tradition von Shnit. Einen Wettbewerb und fremdsprachige Kurzfilme gab es schon immer, den Sprung ins Ausland wagte das Festival 2010. Heute wetteifern die Filmemacher der hundert Kurzfilme, die es in den internationalen Wettbewerb geschafft haben, um die Auszeichnung The Flaming Faun, die am 22. Oktober am Finale in New York vergeben wird. Ausserdem sind zwanzig Schweizer Kurzfilme im nationalen Wettbewerb «Swiss Made» im Rennen, darunter etwa der Kurzfilm «Bunkers» von Anne-Claire Adet aus Genf.

In Bern wird Shnit gemütlich

Für die Jubiläumsausgabe lässt sich das Kurzfilmfestival nicht lumpen und wartet am Playground Bern etwa mit interessanten neuen Spielstätten auf. Während die Bespielung in der Mansarde des Stadttheaters noch ganz klassisch anmutet, wird es etwa am Spielort Cinemare am Bollwerk nass. Dort kann man sich die Filme des internationalen Wettbewerbs vom Schwimm­becken aus zu Gemüte führen.

Wer sich spätabends nach einem gemütlichen Plätzchen sehnt, wird sich über das Kuschelkino im Theater am Zytglogge freuen, wo die Filme als Deckenprojektion ausgestrahlt werden. Auch die Musikliebhaber unter den Filmfans kommen dieses Jahr auf ihre Kosten. In der Heiliggeistkirche werden Kurzfilme gezeigt, bei denen die Musikspur ausgeblendet wird. Diese wird von einer Liveband ersetzt, welche dem Kurzfilm ihre ­musikalische Neuinterpretation unterlegt.

Anlässlich des Jubiläums kehrt Shnit zu seinen Wurzeln in die Reitschule zurück. Ein Programmblock, «shnit Remix / shnit Spotlight», widmet sich der fünfzehnjährigen Festivalgeschichte, wobei erlesene Kurzfilmperlen aus früheren Jahren erneut über die Leinwand flimmern und alteingesessene Festivalfans in Erinnerungen schwelgen können.

Die diesjährige Ausgabe von Shnit steht aber nicht nur im Zeichen der Nostalgie, sondern kümmert sich auch um die Zukunft, in der sich vieles online abspielt. «Shnit Expanded» zeigt viele Kurzfilme auf einer Website, um das Festival ins Netz zu erweitern. Dass die Filme teilweise bereits vor dem Festival von anderen hochgeladen sind, sieht Olivier van der Hoeven nicht als Problem, sondern als Bestätigung, dass Shnit auf den Onlinezug aufspringen muss, um die Leute – welche die Online-Com­munity bilden – bei der Stange zu halten.

Kurzfilmfestival Shnit: 18.–22. 10., Info und Programm Bern: www.shnit.org.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt