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#SonyHack: Nun erwischt es auch Steve Carell

Kürzlich hat Sony die Veröffentlichung von «The Interview» wegen Terrordrohungen abgesagt. Nun wird auch ein weiterer Film nicht in die Kinos kommen.

Auch sein Nordkorea-Film wurde abgesagt: US-Schauspieler Steve Carell hier am Toronto International Film Festival (TIFF). (8.9.2014)
Auch sein Nordkorea-Film wurde abgesagt: US-Schauspieler Steve Carell hier am Toronto International Film Festival (TIFF). (8.9.2014)
Mark Blinch, Reuters

Nach «The Interview» trifft es nun auch den Film «Pyongyang» mit «The Office»-Star Steve Carell. Das Studio New Regency hat den Nordkorea-Film von Gore Verbinski abgesagt. Dies meldet der Hollywood-Blog The Wrap. Der Film war für einen Start im März geplant gewesen. «Ein trauriger Tag für kreative Äusserungen», twitterte Carell heute Nacht.

«Pyongyang» wäre eine Adaption des gleichnamigen Comic-Romans aus der Feder von Guy Delisle geworden. Der Thriller hätte sich um ein Alter Ego Delisles gedreht, das im Auftrag einer Firma für ein Jahr in Nordkorea arbeiten muss.

Kino in Texas zeigt nun «Team America»

Das Kino Alamo Drafthouse in Dallas hat angekündigt, anstatt «The Interview» den Animationsfilm «Team America: World Police» zu zeigen. Der satirische Film, dessen Drehbuch unter anderem die beiden «South Park»-Macher Trey Parker und Matt Stone verfasst haben, zeigt den amerikanischen Kampf gegen den internationalen Terrorismus – unter anderem spielt im Film der ehemalige nordkoreanische Diktator Kim Jong-il eine zentrale Rolle.

«Wir versuchen das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen», sagte ein Kinomitarbeiter dem «Hollywood Reporter».

Für die USA steckt Kim Jong-un hinter Hacker-Angriff auf Sony

Der Cyber-Angriff auf das Hollywood-Studio von Sony ist nach Angaben aus US-Regierungskreisen von Nordkorea in Auftrag gegeben worden. Ermittler kamen zum Schluss, dass die Führung in Pyongyang für die Computer-Attacke verantwortlich sei.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama werde vermutlich in Kürze eine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlichen, verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen in Washington. Über die Vermutungen der Regierung berichteten zahlreiche US-Medien und die Nachrichtenagentur Reuters.

Start abgesagt

Der Nordkorea-Satirefilm «The Interview» kommt in den USA nicht wie geplant an Weihnachten in die Kinos. Das Filmstudio Sony Pictures hat den Kinostart abgesagt – nach mysteriösen Terrordrohungen im Nachgang eines grossangelegten Cyber-Angriffs.

«Angesichts der Entscheidung einer Mehrheit unserer Kinobetreiber, den Film ‹The Interview› nicht zu zeigen, haben wir beschlossen, den für den 25. Dezember geplanten Kinostart abzusagen», zitierten zahlreiche US-Medien aus einer Mitteilung des Filmstudios.

«Wir respektieren und verstehen die Entscheidung unserer Partner und teilen natürlich auch ihr vorrangiges Interesse an der Sicherheit ihrer Angestellten und Kinobesucher», hiess es weiter.

«The Interview» - der Trailer. Video: Youtube/Sony Pictures Entertainment

Anspielung auf 9/11

Hacker sollen Sony am Dienstag gedroht haben: «Erinnert euch an den 11. September 2001.» Wegen des Films über ein haarsträubendes Mordkomplott des US-Geheimdienstes CIA gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un werde «die Welt mit Angst erfüllt».

Sony Pictures habe den Kinos die Entscheidung, ob sie den Streifen bringen wollen, selbst überlassen – ein beispielloses Vorgehen für Hollywood, wie das «Wall Street Journal» berichtete. Normalerweise stünden die Spielpläne Monate im Voraus fest.

Zahlreiche grosse Kinoketten in Nordamerika hatten bereits mitgeteilt, den Film nicht zeigen zu wollen. Auch die für Donnerstag geplante New Yorker Premiere wurde nach Medienberichten abgeblasen.

Keine konkreten Hinweise

«The Interview» sollte am 25. Dezember in den USA starten. In dem Streifen bekommen zwei US-Journalisten, gespielt von Seth Rogen und James Franco, den Auftrag, Kim Jong-un bei einer Interview-Gelegenheit zu töten. In der Schweiz soll der Film, dessen Produktion rund 44 Millionen Dollar gekostet hat, im März anlaufen.

Die Drohungen rund um den Film stammten vermutlich von denselben Personen, die Ende November die Computersysteme von Sony Pictures angegriffen hätten, berichtete das «Wall Street Journal». Dabei war es den Hackern in einer beispiellosen Aktion gelungen, flächendeckend auf die Datenbestände des Konzerns zuzugreifen.

Über Tage war der IT-Betrieb von Sony Pictures lahmgelegt. Das Ministerium für Innere Sicherheit der USA habe allerdings keine Hinweise auf Pläne für gezielte Terror-Angriffe auf Kinos, hiess es in den Berichten.

Drehbücher und Mitarbeiterdaten veröffentlicht

Die Hacker kopierten Tausende interne Dokumente und veröffentlichten die Unterlagen zum Teil im Internet. Darunter sind brisante Details wie interne E-Mails und persönliche Daten von Filmstars. Auch ein Drehbuch zum neuen James-Bond-Film «Spectre» wurde kopiert und war teilweise im Netz verfügbar.

Die Daten von Tausenden Mitarbeitern wurden gestohlen und deren PCs beschädigt. Die Hacker stellten Daten zu Produktionskosten und Erlösen von Sony-Filmen, Gehälter von Schauspielern und Adressen von Mitarbeitern ins Netz.

Eine Hackergruppe namens «Guardians of Peace» hat sich inzwischen zu den Angriffen bekannt und fordert konkret, den Film «The Interview» zu stoppen. Nordkorea bestritt offiziell, an der Attacke beteiligt gewesen zu sein. Wer genau hinter der Gruppe steckt, ist nicht bekannt.

Zuvor sollen die Hacker versucht haben, Geld von Sony Pictures zu erpressen. Laut «Computerworld» hatten die Unbekannten bereits Tage vor dem Angriff im November Geldforderungen gestellt.

SDA/chk

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