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Der Mensch ist die Hölle

Das Zürcher Opernhaus zeigt die Uraufführung von Marc-André Dalbavies «Gesualdo». Eine starke, harte, sehr französische Oper.

Der Sohn stirbt, die Halskrause würgt: Rod Gilfry als Komponist Carlo Gesualdo.
Der Sohn stirbt, die Halskrause würgt: Rod Gilfry als Komponist Carlo Gesualdo.
Doris Fanconi

Es geht abwärts. In grossen, kräftigen Tonschritten zunächst, dann in Läufen, die schneller werden, sich überlagern, verwischen. Es ist ein Sog, den der 49-jährige Franzose Marc-André Dalbavie in seiner ersten abendfüllenden Oper gleich zu Beginn entwickelt, ein Sog, der alle nach unten zieht, die Figuren, das Publikum, selbst die forsche Zofe Francesca, deren Musik zunächst noch nach oben zielte. Francesca kommt neu in den Dienst auf Schloss Gesualdo, und der Diener Pietro empfängt sie mit jenen Worten, die Dante in der «Divina Commedia» beim Eintritt in die Hölle setzt: «Lass alle Hoffnung fahren, du, die du hier eintrittst.»

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