Zum Hauptinhalt springen

Viel Opulenz, viel Perfektion

Die Berliner Philharmoniker gastierten in der Tonhalle – und «verklärten die Nacht» für einmal mit Edward Elgar statt mit Arnold Schönberg.

Sprengende Fortissmi und zart hingetupften Spielereien: Berliner Philharmoniker.
Sprengende Fortissmi und zart hingetupften Spielereien: Berliner Philharmoniker.

Es war, als wäre der Tonhalle-Saal über Nacht um einige Meter gewachsen. Alles schien kolossaler: die Erwartungen, das Publikum und auch das gastierende Orchester, die Berliner Philharmoniker mit Chefdirigent Sir Simon Rattle.

Der Eindruck täuschte nicht. Was sich derart imposant angekündigt hatte, zeigte sich auch auf klanglicher Seite nicht anders. Und das bereits zu Beginn von Debussys «Prélude à l’après-midi d’un faune» – die Flöte des Faun (hier war es jene von Emmanuel Pahud) stellte mit geradezu frappierend selbstverständlicher Perfektion die einleitenden Arabesken, während gleich darauf die Harfe die Tonläufe unverschleiert platzen und perlen liess und jeder Szenenwechsel in der Musik den Saal in einen neuen, strahlend-schillernden Farbton tauchte. Und als hätte das Orchester samt der Nachmittagsträgheit auch die göttliche Macht des dargestellten Fauns verinnerlicht, reizte es den Puls der Musik manchmal bis zum Äussersten aus – und liess so das Publikums geradezu nach dem nächsten Klang dürsten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.