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Wettergott spielt mit Bregenzer Seebühne

Wetterglück für die Bregenzer Festspiele: Pünktlich zum Premierenbeginn der Oper «André Chénier» von Umberto Giordano auf der Seebühne am Mittwochabend hörte der Regen auf.

Regen stoppte vor der Premiere: Bregenzer Festspiele.
Regen stoppte vor der Premiere: Bregenzer Festspiele.
Keystone

Das Premierenpublikum, darunter Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer, musste sich trotzdem warm anziehen. Nach stundenlangem Regen riss die Wolkendecke bei Vorstellungbeginn auf, und das monumentale Bühnenbild von David Fielding präsentierte sich in stimmungsvollem Abendrot vor der Bodensee-Kulisse. Die fast 7000 Zuschauer erlebten ein furioses Revolutions-Spektakel.

«André Chénier» spielt in der turbulenten und blutigen Zeit der Französischen Revolution. Der Titelheld Chénier (Héctor Sandoval, Tenor), ein Dichter, liebt die Adelige Maddalena de Coigny (Norma Fantini, Sopran). Er wird aber von seinem Rivalen, dem Diener Carlo Gérard (Scott Hendricks, Bariton), verraten.

Die Revolutionäre verurteilen den Dichter zum Tod durch die Guillotine. Maddalena folgt dem Helden in den Tod. So triumphiert, vom Liebespaar stimmgewaltig besungen, die Liebe über den revolutionären Hass und die Gewalt.

Spektakel und Stunts

Regisseur Keith Warner setzt, passend zum Thema Revolution, auf Action und Spektakel: Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich, an Seilen gesichert, in luftiger Höhe. Akrobaten stürzen sich mit Salti in den See, zum Tod verurteilte Bürger zappeln hoch über der Bühne am Galgen.

Bekannt sind die Bregenzer Festspiele für monumentale Bühenbilder: «André Chénier» spielt auf einer aus dem Wasser ragenden Riesenskulptur, die dem Gemälde «Marats Tod» aus der Zeit der Französischen Revolution nachempfunden ist. Nach dem ersten Akt wird ein 1000 Quadratmeter grosses Tuch hochgezogen und der Kopf enthüllt.

Passend zur Handlung, wird die Skulpur von Scheinwerfern in romantisches Blau oder blutiges Rot getaucht. Revolutionäre Garden tummeln sich, Tribunale richten über Leben und Tod. Der Tod tritt in personifizierter Form als Sensemann immer wieder auf, rudert in einem Boot vor der Bühne hin und her.

Ausgeklügelte Tontechnik

Dirigent Ulf Schirmer am Pult der Wiener Symphoniker koordiniert aus dem Festspielhaus die Aufführung. Dank perfekter Tontechnik erlebt das Publikum die Solisten, Chöre und das Orchester in ausbalancierter Akustik.

Umberto Giordanos Musik ist so dramatisch wie das Bühnengeschehen. Entsprechend überwiegen die kräftig schwellenden Crescendi zumeist die intimen, lyrischen Momente. In den Schlusstakten bebt die Bühne unter Kanonendonner.

«André Chénier», 1896 in Mailand uraufgeführt, ist die bekannteste Oper Umberto Giordanos (1867-1948), der sich dem realistischen Verismo verpflichtet fühlte. Die Bregenzer Festspiele spielen das Werk bis zum 21. August 23 weitere Male. 2012 wird «André Chénier» auf der Seebühne wieder aufgenommen.

SDA

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