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Zu laut, zu schnell – grossartig!

Die «Diskothek» auf Radio SRF 2 Kultur ist Kult, und sie ist gut: Auch wenn sie allem widerspricht, was Medienmanager predigen. Gestern ging es um Benjamin Brittens «War Requiem».

Mit dem «War Requiem» schrieb Benjamin Britten sein eindrücklichstes und erfolgreichstes Werk.
Mit dem «War Requiem» schrieb Benjamin Britten sein eindrücklichstes und erfolgreichstes Werk.
Keystone
In der Kathedrale von Coventry, die 1940 bei einem deutschen Luftangriff zerstört worden war, wurde das «War Requiem» 1962 uraufgeführt.
In der Kathedrale von Coventry, die 1940 bei einem deutschen Luftangriff zerstört worden war, wurde das «War Requiem» 1962 uraufgeführt.
PD
Nein, das ist kein Oscar-Gewinner. Sondern der Dirigent Antonio Pappano, der 2006 den Classical Brit Award erhielt – und nun für seine Britten-Aufnahme gelobt wurde.
Nein, das ist kein Oscar-Gewinner. Sondern der Dirigent Antonio Pappano, der 2006 den Classical Brit Award erhielt – und nun für seine Britten-Aufnahme gelobt wurde.
Keystone
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Das Rezept ist simpel: Man nehme eine Moderatorin und zwei Gäste, dazu ein Werk, das in mindestens fünf Aufnahmen existiert – und starte dann einen Blindvergleich von Ausschnitten aus diesen Einspielungen. Was dabei herauskommt, läuft unter dem Titel «Diskothek» seit Ewigkeiten auf Radio SRF 2 Kultur (und natürlich früher auf DRS 2), und es läuft gut: Denn es sind bei weitem nicht nur Klassikspezialisten, die diese Sendung verfolgen. Ein bemerkenswert breites Publikum hört jeweils zu, wenn da über die Dynamik und die Tempi, über Klang und Artikulation geredet und selten auch gestritten wird. Denn natürlich ist die Musik nicht die einzige Attraktion dieser Sendung: Sie bietet auch Rätselvergnügen (wer sind die Interpreten?), psychologischen Anschauungsunterricht (wie verhalten sich die Experten?) – und immer wieder bieten sich Gelegenheiten zur Schadenfreude, wenn einer zum Beispiel einen Countertenor für eine Frau hält oder sonst wie danebentippt.

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