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100 Millionen bemalte Sonnenblumen-Kerne

Eine Installation aus 100 Millionen handgefertigten Sonnenblumen-Kernen aus Porzellan zeigt der chinesische Künstler Ai Weiwei in London. Zwei Millionen Besucher werden erwartet

Provokateur: Künstler Ai Weiwei aus China.
Provokateur: Künstler Ai Weiwei aus China.
Keystone
Bis zum 21. August ist eine Ausstellung von ihm im Fotomuseum Winterthur zu sehen. Hier das Bild «Dropping a Han-Dynasty Urn» (Eine Urne aus der Han-Dynastie fallenlassen), 1995. Triptychon, C-Prints, je 150 x 166 cm.
Bis zum 21. August ist eine Ausstellung von ihm im Fotomuseum Winterthur zu sehen. Hier das Bild «Dropping a Han-Dynasty Urn» (Eine Urne aus der Han-Dynastie fallenlassen), 1995. Triptychon, C-Prints, je 150 x 166 cm.
© Ai Weiwei
Nach Ende der Schau in London sollen die 150 Tonnen Porzellan-Samen zurück nach China gebracht worden sein.
Nach Ende der Schau in London sollen die 150 Tonnen Porzellan-Samen zurück nach China gebracht worden sein.
Keystone
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Das Kunstwerk mit dem Titel «Sunflower Seeds» ist in der Londoner Kunsthalle Tate Modern zu sehen. Seit zehn Jahren wird dort - gesponsert vom Mischkonzern Unilever - einmal jährlich ein Auftrag für einen Installationskünstler vergeben, der die Turbinenhalle füllt. Der Eintritt zur Installation, die bis 2. Mai 2011 zu sehen ist, ist frei.

«Wir erwarten mindestens zwei Millionen Besucher», sagte Kuratorin Juliet Bingham am Montag. Nach Ende der Schau in London sollen die 150 Tonnen Porzellan-Samen zurück nach China gebracht werden. «Vielleicht werde ich sie kochen», sagte Ai Weiwei scherzhaft auf die Frage, was er dort mit ihnen vorhat. «Und dann sehen, ob ein neues Projekt daraus wird», sagte der 53-Jährige.

Opfer der Zensur

Jeder einzelne Sonnenblumenkern wurde bei 1300 Grad Celsius gebrannt, handbemalt und erneut bei 800 Grad gebrannt. Bis zu 600 Kunstarbeiter in der chinesischen Porzellan-Stadt Jingdezhen waren zwei Jahre lang damit beschäftigt. «Ungefähr drei» der Kerne habe er selbst bemalt - es handele sich um die am wenigsten gelungenen, meinte der Künstler.

Mit den «Sunflower Seeds» will Ai Weiwei auch an die Not in seinem Heimatland China erinnern. Sonnenblumenkerne sind für viele Chinesen eines der wichtigsten Nahrungsmittel. «Es ist okay», sagte der Künstler in London auf die Frage nach den Arbeitsbedingungen für einen regimekritischen Künstler in China, auch wenn es in «bestimmten Gebieten» weiter Zensur gebe.

Sein Internet-Blog sei gesperrt, jetzt veröffentliche er seine Botschaften eben über den Kurznachrichtendienst Twitter. «China als Nation muss auf mehr Freiheit und eine demokratischere Gesellschaft hinarbeiten. Niemand kann das aufhalten», sagte Ai Weiwei.

SDA/phz

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