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Der Take-away-Rembrandt

Am Wochenende klauten dreiste Diebe ein wertvolles Rembrandt-Gemälde unter der Nase des Kurators weg. Wenige Stunden später deponierten sie es reumütig in einer lokalen Kirche.

Vielleicht war es der Titel der Zeichnung, welcher den Dieb zum Einlenken bewegte. «Das Urteil» heisst das Gemälde des Renaissance-Meisters Rembrandt, welches am Wochenende aus dem Hotel Ritz Carlton in Marina del Rey, Kalifornien, gestohlen worden war. Es gehörte zu einer Ausstellung, die das Linearis-Institut im Luxushotel präsentierte.

Trickdiebe

Der Diebstahl schien vorzüglich organisiert. Der Kurator wurde von einem Gast in eine Diskussion über Kunst verwickelt und drehte den Rücken zum Gemälde. Als er sich kurz darauf umdrehte, sei der Rembrandt verschwunden gewesen, sagte ein Sprecher des örtlichen Sheriffs. Zwar stiessen die Ermittler auf Spuren, dennoch hätte niemand damit gerechnet, dass das Bild kaum 24 Stunden später wieder auftauchen würde.

Genau das aber passierte. Als ein Priester der St. Nicholas of Myra Episcopal Church in Encino ins Büro seines Chefs kam, sah er dort ein Bild am Boden stehen. Zunächst hielt er es für eine Spende, dann aber sah er ein zweites Mal hin – handelte es sich doch um das Bild, über das in den vergangenen Stunden alle Medien berichtet hatten: den gestohlenen Rembrandt. Alle waren erleichtert – aber auch erstaunt. Vor allem die Polizei, die von professionellen Kunstdieben ausgegangen war und nicht damit gerechnet hatte, dass diese das Bild gleich wieder reumütig zurückbringen würden.

Beliebtes Diebesgut

Die Polizei geht davon aus, dass die Diebe in Panik gerieten wegen des grossen medialen Echos, das auf den Diebstahl folgte. In der Folge müssen sie sich reumütig in die Kirche geschlichen und das Werk dort deponiert haben.

Nicht zum ersten Mal wird jedoch ein Rembrandt nach seiner Entwendung wieder zurückgebracht. «Porträt einer älteren Frau» wurde 1973 aus einem Museum in Cincinnati entwendet und in einer Cocktail-Lounge ausserhalb der Stadt entdeckt – versteckt unter einem Teppich.

Oder der sogenannte «Take-away-Rembrandt», das «Porträt des Jacob de Gheyn», das viermal aus der Dulwich Picture Gallery in London gestohlen wurde und jedes Mal wieder auftauchte: einmal in einem Londoner Park, ein anderes Mal in einem Münchner Bahnhof und an anderen Orten. Bilder von Rembrandt sind beliebte Ziele für Kunstdiebe, aber meistens werden die Werke wieder entdeckt – ihr Bekanntheitsgrad erschwert die Hehlerei.

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