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Ein Krieger der guten Sache

Zwei Jahre hat die Dokumentarfilmerin Alison Klayman den Künstleraktivisten Ai Weiwei mit der Kamera begleitet. Mit «Never Sorry» ist ihr ein ergreifendes Porträt gelungen.

Gleich zu Beginn hält die Kamera minutenlang auf die Katzen, die durch das riesige Atelier streunen. Sie putzen sich, sie schlafen; eine krallt sich frech das Miniaturmodell eines Kunstwerks. «Nein, lass sie nur. Sie macht nichts kaputt», bremst Ai Weiwei einen Mitarbeiter, der das Tier verscheuchen will. Und dann, direkt in die Kamera: «Wir haben hier 19 Katzen. Eine einzige hat gelernt, wie man Türen öffnet. Woher kommt diese Intelligenz? Woher die Überlegenheit den anderen Katzen gegenüber?»

Typisch Ai Weiwei. Buddhagleich beobachtet er die Welt, hinterfragt banal erscheinende Gegebenheiten – und formuliert diese zu derart fundamentalen Fragen um, dass sie einen auch Stunden später noch nicht in Ruhe lassen.

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