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Ein Museum, kein Bahnhof

Das Kunstmuseum Bern behält die Werke der «entarteten» Kunst. Ein gut durchdachter Entscheid.

Die Nazi-Ausstellung «Entartete Kunst» war auf Schockwirkung aus. Foto: SZ, Keystone
Die Nazi-Ausstellung «Entartete Kunst» war auf Schockwirkung aus. Foto: SZ, Keystone

Es ist gewissermassen der Fleck auf der sonst blütenreinen Weste des Kunst­museums Bern: Seit sich das Haus am Montag zur Annahme des Gurlitt-Erbes entschlossen hat, wird es gelobt für die edle Geste, auf sämtliche unter Raubkunstverdacht stehenden Werke der Sammlung zu verzichten und sie an die ehemaligen Besitzer zurückzugeben. Anders verhält es sich mit dem Vor­gehen bei den rund 500 Werken, die das Etikett «entartete Kunst» tragen. Also jenen Werken, die 1937 von den Nazis aus deutschen, österreichischen und polnischen Museen entfernt wurden, weil sie nicht dem braunen Ästhetikempfinden entsprachen: Runter von der Wand, hiess es damals, und rein in die berüchtigte Wanderausstellung, die das Volk schockieren sollte mit «Ausgeburten kranker Künstlerfantasien».

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