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Er liebte gar viele Frauen

Die Fondation Beyeler zeigt in Riehen Werke von Gustav Klimt, Egon Schiele und ihren Weggefährten. In der packenden Ausstellung sind für einmal nicht die Gassenhauer der Kunstdruckbranche zu sehen.

Als Gustav Klimt am 6.?Februar 1818 starb, erschienen 14 Frauen und behaupteten, er sei der Vater ihrer Kinder. Neben den drei unehelichen, die bereits bekannt waren. Es verwunderte niemanden: Klimt, in Wien berüchtigt als Maler schöner Frauen, liebte gar viele, am meisten aber eine. Er soll auf seinem Sterbebett nach ihr verlangt haben («Die Emilie soll kommen!»), er soll auch – das ist kunsthistorisch nicht wirklich belegt, aber eine schöne, auf einer Skizze beruhende Vermutung – sie und sich selbst in seinem monumentalen «Kuss» verewigt haben.

Es war die Modeschöpferin Emilie Flöge, eine für die damaligen Wiener Verhältnisse ungemein unabhängige Frau, die oft nach Paris reiste, um bei Chanel Stoffe einzukaufen, und die nie an einer Heirat mit Wiens «Malerfürst» interessiert war. Ein Stück aus Emilies Atelier ist nun in der Fondation Beyeler ausgestellt, ein edles Abendcape aus weisser Seide: Es steht in einem Saal mit angewandter Wiener Kunst um 1900 neben kostbaren Möbeln, Schmuck und silbernem Kaffeegeschirr.

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