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Galerist Martin Krebs gestorben

Kunstförderer Martin Krebs ist gestorben, einen Tag vor seinem 86. Geburtstag. Seine Berner Galerie war legendär.

Galerist Martin Krebs.
Galerist Martin Krebs.
Beat Mathys

Sein Alter wollte Martin Krebs partout nicht verraten. Zuletzt vor drei Jahren biss eine Journalistin dieser Zeitung bei der Frage nach den Lebensdaten auf Granit. Seine durchaus existierende Eitelkeit kaschierte er gerne mit Selbstironie. «Alte Kirchen muss man schmücken», pflegte er zu sagen. Nun ist er am 12. Juli – einen Tag vor seinem 86. Geburtstag – gestorben.

Rund 600 Ausstellungen organisierte er in seiner legendären Galerie in der Berner Münstergasse. Legendär war sie nicht nur wegen Krebs selbst. Sie hatte ihre Anfänge 1968, in der glorreichen Zeit von Harald Szeemann als Kunsthalle-Direktor. Damals war die Berner Kunstszene international ein Begriff.

Kunstfaible mit 15

In diesem Umfeld bewegte sich auch Martin Krebs, der schon als Teenager angefangen hatte, Kunst zu sammeln. Als 15-Jähriger kaufte Krebs 1948 sein erstes Aquarell von Lyonel Feininger, das damals wenige Hundert Franken kostete und das er später wieder verkaufte, mit Gewinn. «Ich kaufe viel, aber trenne mich auch relativ leicht wieder von einem Werk», sagte er einmal.

Als in Bern die Kunstbegeisterung ausbrach, arbeitete Krebs als Primarlehrer. Im Umfeld der Kunsthalle lernte er viele Berner Künstler kennen. Er wollte eine Galerie gründen, um die Kunst unter die Leute zu bringen. Also mietete er den Altstadtkeller an der Kramgasse 54 und renovierte das Lokal. Drei Jahre später zog er vom schlecht beheizbaren Keller in die Münstergasse um.

Künstler wie Max Bill oder Peter von Wattenwyl gehörten zu den Kunstschaffenden, die er ausstellte, auch der Berner Eisenplastiker Bernhard Luginbühl. Viele hielten ihm jahrzehntelang die Treue, er ihnen auch. «Die Beziehung zu den Künstlerinnen und Künstlern ist das Schönste an meiner Arbeit», sagte Martin Krebs. Seine Vernissagen waren Gesellschaftsanlässe.

Aber Krebs hatte auch ein Faible für die Outsider des Kunstbetriebs, etwa für Thomas Baumgärtel, der weltweit Bananen an die Eingänge von Kunsthäusern sprayt. Krebs mochte viele Stile, einmal zeigte er konkrete Kunst, dann Pop-Art. «Ich bin die personifizierte Inkonsequenz», sagte er. Mit Meret Oppenheim (1913–1985) verband ihn bis zu ihrem Tod eine Freundschaft. Er schwärmte auch von ihren Kochkünsten: «Sie machte den besten Pot-au-feu, den man sich vorstellen kann.»

Nach vielen Jahren schloss die Galerie Krebs 2015, weil die Stadt Bern als Besitzerin das Haus sanieren wollte. Danach zog er sich nach und nach aus dem gesellschaftlichen Leben in Bern zurück.

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