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Helen Dahm an zwei Ausstellungen vertreten

In Rüegsauschachen hängen die Bilder explizit zum Kauf aus: Franz Hofer versucht, mit der Bilderbörse Gallery vom Schwung zu profitieren, den die renommierte Kunstausstellung Trubschachen in diesen Tagen auslöst.

Helen Dahm: Frauenkopf vor Wolkenhimmel.
Helen Dahm: Frauenkopf vor Wolkenhimmel.
zvg

Bei Helen Dahm treffen sich die zwei Ausstellungen. Mit «Frauenkopf vor Wolkenhimmel» ist der farbige Linolschnitt überschrieben, mit dem die Bilderbörse Gallery in Rüegsauschachen die 1878 in Deutschland geborene und 1968 im Zürcher Oberland verstorbene Künstlerin zu Ehren kommen lässt. Warme Brauntöne, sattes Schwarz und leuchtendes Rot prägen das Porträt, hinter dem sich ein erstaunlich farbiger Himmel mit ein paar grossflächigen Wolken aufspannt.«In einem vereinfachten expressivem Stil» habe sich die Malerin ausgedrückt, hält derweil in Trubschachen der Katalog zur aktuellen Kunstausstellung fest, wo Helen Dahm derzeit ebenfalls zu sehen ist. Gegen 100 Porträts und Selbstdarstellungen offenbarten «ihr Suchen nach ihrer Identität als Frau und Künstlerin», typisch für sie seien weiter Motive wie die Hausecke, der Garten, die Landschaft und auch biblische Szenen. Trubschachen zeigt in erster Linie diesen Teil ihres Schaffens. Dafür steht das Bild «Das Haus der Malerin» mit den dominierenden Riesenkerbeln; die von ihr so geliebten Pflanzen verwandeln den Garten flugs in ein irdisches Paradies.Hofers SynergienDie Parallele ist gewollt. Von Franz Hofer jedenfalls: Der Chef der Bilderbörse Gallery macht keinen Hehl daraus, dass er über seine Ausstellung den Schwung, den die renommierte Kunstausstellung alle vier Jahre nach Trubschachen bringt, auf seine eigene Galerie umzulenken versucht. «Ich nutze Synergien», formuliert er es in seinen eigenen Worten.Konkret sollen die erwarteten 20000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz nach ihrem Besuch in Trubschachen nur ein paar Kilometer talabwärts fahren und dort nicht nur Bilder anschauen, sondern gleich auch kaufen können. Und es funktioniert, wie Franz Hofer zufrieden feststellt: «Schon am ersten Wochenende hatte ich Besuch von Gästen aus dem Kanton Luzern, die auf der Rückreise spontan den Umweg über Rüegsauschachen gefahren sind.» Die Plakate, die er in Trubschachen aufgehängt hat, zeigen Wirkung, auch wenn er in der Kunstausstellung selber nicht für seine Zwecke werben darf.Harald Nägeli, Sprayer«Bedeutende Schweizer Kunst» hat Franz Hofer als Leitsatz für seine Ausstellung gewählt, und wer zu einem Rundgang durch die alles in allem 68 Werke aufbricht, stösst tatsächlich auf so manch bekannten Namen. Auf jenen von Cuno Amiet zum Beispiel, der sich mit einem Selbstbildnis in Öl gleich selber zeigt. Auf jenen von Albert Anker, von dem ein Ölgemälde, Entwurf für ein späteres Monumentalwerk, sowie eine Reihe Zeichnungen zu sehen sind. Auf jene von Vater Bernhard und Sohn Jwan Luginbühl, die mit Zeichnungen und einem lustigen Insekt aus Eisen vertreten sind – und die Gegenwart repräsentieren. Genauso wie Hans Erni, der im hohen Alter von 100 Jahren nach wie vor malt, oder Harald Nägeli, der Sprayer.Schliesslich weist Franz Hofer noch auf ein Bild von Adolf Herbst. «Erlauschtes im Atelier» heisst das Werk des Künstlers, der von 1909 bis 1983 gelebt hat, es zeigt eine rosa gekleidete Frau auf einem roten Stuhl – und war binnen fünf Minuten weg: «Ich hatte es bereits um fünf nach zwei verkauft», erinnert er sich an den Auftakt vom vorletzten Sonntagnachmittag.Die Werke sind teurerBedeutend sei ein Künstler dann, fährt er mit Blick auf den Titel der Ausstellung fort, wenn er über seine engere Region hinaus im ganzen Land bekannt sei. Nach diesen Kriterien habe er die Gemälde ausgewählt, zu Gute gekommen sei ihm dabei das Beziehungsnetz, das er seit der Eröffnung der Bilderbörse Gallery vor bald sieben Jahren gemeinsam mit seiner Frau Margrit aufgebaut habe.Vor diesem Hintergrund versteht es sich von selber, dass die Werke teurer sind als üblich. Preise von 10'000 Franken sind diesmal möglich – «ich habe daher», verrät Franz Hofer noch, «für die Ausstellung die Versicherungssumme erhöht».Weit diskreterÜbrigens: Auch die Besucher in Trubschachen können ein paar der ausgestellten Werke nicht nur anschauen, sondern auch kaufen. Allerdings läuft hier das Geschäft weit diskreter ab als in Rüegsauschachen, denn: Primäres Anliegen der Ausstellung sei nicht der Verkauf, sondern das Kunsterlebnis, erklärt Oscar A. Kambly, der Präsident des veranstaltenden Kulturvereins.

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