Karen Amanda Moser räumt wieder ab

Thun

Das höchstdotierte Kunststipendium im Kanton Bern, das Aeschlimann-Corti-Stipendium, geht erneut an die Thunerin Karen Amanda Moser. Heute findet im Kunstmuseum Thun die Preisverleihung statt.

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Karen Amanda Moser ist ein Shootingstar in der jungen Kunstszene. Die Liste der Preise, welche die 31-jährige Thunerin bereits erhalten hat, der Stipendien, mit denen sie gefördert worden ist, und der Orte, wo sie ausgestellt hat, füllt locker eine A4-Seite.

In Kleinschrift. Sie ist Master of Arts in Fine Arts und hat den Bachelor of Arts in Bildender Kunst im Rucksack. 2018 weilte Moser als Artist-in-Residence der Stadt Thun in Genua. Werke von ihr waren schon schweiz- und weltweit zu sehen: in Bern, Basel, Biel, Thun, Vaduz, Antwerpen, Florida und anderswo. Aktuell bereitet die Künstlerin ihre Arbeiten für die «Jeune Creation 69» in Paris vor.

Im Kunstmuseum Thun erhält Karen Amanda Moser, die hauptsächlich in Bern arbeitet, am Freitag das Aeschlimann-Corti-Hauptstipendium. Dieses ist das grösste private Stipendium für bildende Künstlerinnen und Künstler. Das Haupt­stipendium umfasst dieses Mal 20'000 Franken, die drei Förderstipendien je 10'000 Franken. Diese erhalten Nina Rieben (27), Sabrina ­Röthlisberger (31) und Lorenzo Salafia (36).

«Einfühlsam differenziert»

«Uns überzeugte, wie klar sich Karen Mosers Themen durchziehen und wie einfühlsam differenziert sich ihre Sprache in feinen Details zeigt», sagte Helen Hirsch, Direktorin Kunstmuseum Thun und Jurymitglied, an der Medienkonferenz am Donnerstag. Die Geehrte freute sich: «Ich bin überglücklich. Für mich ist meine Arbeit nur sinnvoll im Bezug auf eine Resonanz.» Der Preis ermögliche ihr, mehr Zeit im Atelier zu verbringen und einige Produktionskosten zu decken.

Das Kunstmuseum zeigt in einer neuen Ausstellung drei Werkgruppen von Karen Amanda Moser. Diese setzen sich mit den sich wandelnden Museumsstrukturen auseinander. Dabei geht es um die Rollen der Künstlerin und des Kurators beziehungsweise die alten Machtgefälle zwischen ihnen. «Zum Beispiel ist es relevant, wie etwas in einer Ausstellung angeschrieben und präsentiert wird», sagt Moser. Die Machtgefälle lösen sich heute allerdings langsam auf, weil Künstler und Kurator vermehrt zu einem Team werden.

Der bewusste Umgang

Gezeigt werden ebenso Werke der Künstler, die ein Förderstipendium erhalten. Nina Rieben aus Bern stellt derzeit die Farbe Schwarz ins Zentrum, symbolisch für das Loslassen und das Aufkeimen. Mit dem Stipendium will die Jury ihr künftiges Schaffen befeuern. Sabrina Röthlisbergers Heimatort ist Langenthal, doch sie lebt und arbeitet in Genf und Brüssel.

Die 31-Jährige widmet ihre Arbeiten oft ihrer Biografie – in einer kompromisslosen eigenständigen Art, was der Jury sehr gefällt. Lorenzo Salafia ist 36, lebt und arbeitet in Worb­laufen. Ihn fördert die Jury für seine hinter­sinnig-ironischen Werke.

Freitag, 7. Juni: Vernissage/Preisver­leihung, Kunstmuseum Thun, 18.30 Uhr.

Thuner Tagblatt

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