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Kunst kann nicht politisch korrekt sein

Wer unbequeme Kunstwerke verhindern will, übt Zensur von unten aus. Das schadet dem Liberalismus.

«Thérèse rêvant» von 1938 von Balthus. Es gab eine Debatte um seine allfälligen kaschierten pädophilen Tendenzen. Foto: Patrick Straub/Keystone

«Thérèse rêvant» von 1938 von Balthus. Es gab eine Debatte um seine allfälligen kaschierten pädophilen Tendenzen. Foto: Patrick Straub/Keystone

Alexandra Kedves@tagesanzeiger

Die Fondation Beyeler hat es trotz der aufgeregten Diskussionen um allfällige kaschierte pädophile Tendenzen im Gemälde «Thérèse rêvant» gewagt – und das Bild in der grossen Balthus-Retrospektive ausgestellt, die jüngst in Riehen zu Ende ging. Auf dem umstrittenen Bild sitzt ein junges Mädchen mit geschlossenen Augen und weit gespreizten Beinen auf einem Stuhl. Der Blick des Betrachters wird auf die nackten Beine gelenkt, den zurückgeschlagenen, roten Rock, die weisse Unterwäsche – und die Katze daneben, die Milch aus einer Schale schlabbert. Wie gefährlich oder unerträglich ist das?

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