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Nimmt Kunstmuseum Bern Gurlitt-Erbe an?

Das Kunstmuseum soll gemäss Recherchen die Erbschaft des verstorbenen Cornelius Gurlitt akzeptieren.

Will sich zur Vereinbarung noch nicht äussern: Das Kunstmuseum in Bern. (7. Mai 2014)
Will sich zur Vereinbarung noch nicht äussern: Das Kunstmuseum in Bern. (7. Mai 2014)
Gian Ehrenzeller, Keystone

Das Kunstmuseum hat in einer Stellungnahme zu einem Bericht der «SonntagsZeitung» lediglich Gespräche mit den deutschen Behörden bestätigt, nicht aber die Annahme des Erbes von Cornelius Gurlitt. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen. «Und am Ende ist der Stiftungsrat nach wie vor frei, im bestverstandenen Interesse des Kunstmuseums Bern über Annahme bzw. Ausschlagung der Erbschaft zu entscheiden», heisst es in der Stellungnahme weiter.

Zuvor hatte die «SonntagsZeitung» berichtet, das Kunstmuseum Bern nehme die Erbschaft des Kunstsammlers Gurlitt. Die mit den deutschen Behörden ausgehandelte Annahmevereinbarung sieht allerdings vor, dass das Museum nur jene Bilder aus dem Nachlass tatsächlich auch bekommt, bei denen Restitutions-, also Rückgabeforderungen ausgeschlossen werden können.

Die Provenienzklärung bleibe in den Händen der deutschen Taskforce «Schwabinger Kunstfund» unter der Leitung der Juristin Ingeborg Berggreen-Merkel. Die zur Klärung der Besitzverhältnisse benötigten finanziellen Mittel bringt der deutsche Staat auf. Das Museum verpflichtet sich im Gegenzug, die zur «entarteten Kunst» gezählten Gurlitt-Werke den deutschen Museen, aus denen sie geraubt worden sind, als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen.

Viele problematische Bilder

Das Kunstmuseum Bern hält fest: «Die Gespräche mit der BRD und dem Freistaat Bayern verlaufen konstruktiv, sind aber noch nicht abgeschlossen», sagt Museums-Präsident Christoph Schäublin. Eine Aussage über das Ergebnis sei daher «verfrüht». Doch laut gut unterrichteten Quellen wird es an der Stiftungsratssitzung des Kunstmuseums vom 26. November nur noch darum gehen, die bereits im Detail ausgearbeitete Vereinbarung formell abzusegnen.

Konkret sieht die Vereinbarung Folgendes vor: Das Museum nimmt die Erbschaft an, die Bilder bleiben aber physisch in Deutschland. Denn unter den rund 1300 Werken, die Cornelius Gurlitt, Sohn des Hitler-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, dem Schweizer Museum hinterlassen hat, befinden sich nur wenig unproblematische Fälle. Bei der deutschen Taskforce sind dem Vernehmen nach gegen 300 Anfragen von mutmasslichen Erben hängig. Die Anwälte der betroffenen Familien berichten von nicht beantworteten Briefen und stummen Telefonleitungen. 70 Werke sollen zudem noch gar nicht identifiziert sein.

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