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Plastikpanzer am WEF

Thomas Hirschhorn liess einst auf ein Bild Christoph Blochers pinkeln, nun zeigt das Aargauer Kunsthaus seine provokative Installation «Winterlandschaft Davos» – rechtzeitig zum World Economic Forum.

Der Zeitpunkt ist doppelt gut gewählt: Kaum hatte das Kunsthaus Aarau letztes Jahr Thomas Hirschhorns Panorama-Installation «Wirtschaftslandschaft Davos» gekauft, wurde der 1957 in Bern geborene und in Davos aufgewachsene Künstler für die diesjährige Kunstbiennale von Venedig nominiert. Seine vor zehn Jahren im Kunsthaus Zürich aufgebaute Installation ist nun aus aktuellem Anlass in Aarau wieder zu entdecken.

Ein mit tiefblauer Folie eingekleidetes Tor wird von braunen Packbändern wie von einem Strahlenkranz eingefasst. Es bildet den Auftakt zu der mit grellem Neonlicht erhellten Gefahrenzone. Ebenso knallblaue, mit Stacheldraht verhauene Seitenwände führen in engen Gängen an dem 20 Meter langen Landschaftsmodell vorbei, wo man immer wieder über Schneebälle aus Alufolie (oder sind es Geschosse?) stolpert. Hin und wieder lässt sich ein Blick auf die mit Billigmaterial konstruierte Winterstadt werfen. Man erkennt die Davoser Kirche, den See, die weissen Berge und mittendrin eine hoch aufmunitionierte Truppe von Spielzeugsoldaten in Kampfanzügen – auf den Pisten, den Hausdächern, in Helikoptern, auf Kriegsbooten und in Panzern.

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