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Von Licht, Schatten und Zwischenwesen

Die Besucherinnen und Besucher des Berner Galerienwochenendes ­haben die Qual der Wahl: Neben der Galerie Kornfeld starten 13 Kunsträume und 2 Gastinstitutionen mit exquisiten Ausstellungen in die neue Kunstsaison.

Heimatgefühl mit Humor: «3 Mountains in Toblerone» zeigt drei Berggipfel. Gezeichnet wurden sie vom Bündner Künstler Not Vital nicht etwa mit Farbstift, sondern mit Schokolade.
Heimatgefühl mit Humor: «3 Mountains in Toblerone» zeigt drei Berggipfel. Gezeichnet wurden sie vom Bündner Künstler Not Vital nicht etwa mit Farbstift, sondern mit Schokolade.
zvg
Silvia Gertsch: «Midnight I» (2017), Öl hinter Glas.
Silvia Gertsch: «Midnight I» (2017), Öl hinter Glas.
zvg
Stephan Schenk: «Tannenberg» zeigt ein ­ehemaliges Schlachtfeld.
Stephan Schenk: «Tannenberg» zeigt ein ­ehemaliges Schlachtfeld.
zvg
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In der Galerie Archivarte werden Werke aus dem Nachlass Bruno Wursters (1939–2003) ausgestellt. Das vielseitige Œuvre des Berner Künstlers umfasst abstrakte, an Paul Klee angelehnte Bilder, aber auch Landschaften, die sich wie jene von Hodler mit Parallelen auseinandersetzen.

Holzschnitte und Zeichnungen des bekannten Berner Grafikers Emil Zbinden (1908–1991) gibt es in der Galerie Art + Vision zu entdecken. Die Auftragsarbeiten entstanden ab 1936 während Zbindens Berlinaufenthalt für eine ­16-teilige Gotthelf-Ausgabe.

Die Galerie Béatrice Brunner zeigt zeitgenössische Fotografie von Brigitte Lustenberger, Manon oder Maurice Ducret – aber nicht etwa in den Galerieräumen, sondern während des Galerienwochenendes als Gast im Hotel Schweizerhof.

Ihre Technik bleibt faszinierend: Silvia Gertsch malt hinter Glas. In der Galerie Bernhard Bischoff & Partner präsentiert die Berner Künstlerin neue Arbeiten, auf denen verschiedene Zustände des Lichts dargestellt sind. Mal ist es eine Reflexion auf der Wasseroberfläche, mal der Mond, der hinter einer Nebelwand scheint.

In der Galerie Da Mihi gibt es Gemälde des Bieler Künstlers Willi Müller zu sehen. Er widmet sich jeweils einigen spezifischen Themen, aktuell etwa «Dinge», «Quartier», «Äpfel», «Porträt» und ­«Hotel». Dazu entstehen farbintensive, schematische Gemälde.

Mit «Berner Hängung» präsentiert die Galerie Duflon Racz neue Arbeiten der in Zürich lebenden Berner Künstlerin Karoline Schreiber. Sie ist bekannt für ihre Performances und Zeichnungen, die aus bitterbösen Märchenbüchern stammen könnten.

Die Expressionismus-Experten der ­Galerie Henze & Ketterer präsentieren neben ihrer «Brücke»-Dauerausstellung Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, die um 1930 entstanden sind und von einem Formwandel zeugen: Linien, die Gestalten voneinander abgrenzten, lösten sich auf einmal auf.

Er trägt den Bleistift so zart auf, dass man genau hinsehen muss, um die Menschen, die Landschaft oder die Gebäude zu erkennen. Marcel Gählers Werke ­wirken nicht wie Abbildungen, sondern Erinnerungen. Die Galerie Krethlow stellt neuste Arbeiten des Schweizer Künstlers aus.

Mahssa Askaris Bilder zeigen gesichtslose Menschen, mal in urbanen, mal in landschaftlichen Szenen. Die 1980 im Iran geborene und seit ihrem zwölften Lebensjahr in Düsseldorf lebende Malerin zeigt ihre vielschichtigen Gemälde in der Galerie Muster-Meier.

«Kreuzweg» heisst die Ausstellung des deutschen Künstlers Stephan Schenk im Kunstraum Oktogon. Seine Fotografien und Tapisserien zeigen Ausschnitte von den grössten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Zarte Blumen spriessen aus der geschichtsträchtigen Erde. Das ist düster, aufwühlend und poetisch zugleich.

Die Kunstszene Pekings ist ein frucht­bares Pflaster. Die Galerie Soon zeigt im Rahmen von «Chinese Experience» die Werke von zwei aufstrebenden Künst­lerinnen Chinas: Liu Yujie und Xi Danni, die zwischen Tradition und Aufbruch mäandrieren.

«Birdland» heisst die Ausstellung im Druckatelier Tom Blaess, die aktuelle Arbeiten von Künstlern wie Kotscha Reist, Mingjun Luo, Kathrin Racz oder Tim Fite versammelt. Wie der Titel ­verrät, beschäftigen sich die Werke mit ­Vögeln.

Zudem zeigt das Kornhausforum eine Installation von Erna Eugster und Christian Grogg. Der Berner Künstler hat die Arbeit zusammen mit der einst administrativ Versorgten Eugster gemacht. Im Showroom im Atelierhaus Progr zeigt Videokunst.ch «Protein Tracer» des Kollektivs U5 aus Zürich/Sin­gapur.

Berner Galerienwochenende: 13. und 14. Januar. Die Galerien haben jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. www.bernergalerien.ch.

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