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Werk von Elsie Wayss im Kunsthaus ausgestellt

Noch für wenige Wochen werden im Kunsthaus die neusten Ankäufe der Bundeskunstsammlung ausgestellt. Vor Jahrzehnten sind auch Arbeiten von Künstlern aus Grenchen angekauft worden. Eine von ihnen ist Elsie Wyss.

Elsie Wyss: Die Künstlerin beschränkt sich auf schwarz, weiss und die Grundfarben.
Elsie Wyss: Die Künstlerin beschränkt sich auf schwarz, weiss und die Grundfarben.
Beat Mathys

In der aktuellen Ausstellung zeigt das Kunsthaus Grenchen Arbeiten, welche während den letzten zehn Jahren in die Bundeskunstsammlung der Eidgenossenschaft Aufnahme fanden. Ein Anlass, sich auf die Suche zu machen, ob im gigantischen Fundus von über 20 000 Werken auch Arbeiten von Künstlern aus Grenchen zu finden sind. Drei sind es. Eine von ihnen ist Elsie Wyss, welche seit Jahrzehnten in Zürich lebt, aber vor 82 Jahren an der Schützengasse 81 in Grenchen geboren wurde.Preis gewonnenDie Künstlerin freut sich über das Lebenszeichen aus ihrer Heimat. «Ich bin immer noch regelmässig in meinem Elternhaus», erklärt sie am Telefon. Dort habe sie ihre Gemälde eingelagert, und nein, einem Besuch stehe gar nichts im Wege.Ein paar Tage später findet das Treffen statt. Bei sich hat Wyss eine Abbildung der Arbeit «Arc73», welche 1973 in die Bundeskunstsammlung aufgenommen wurde. Bei einem Wettbewerb gewann sie damit für die Gestaltung einer Wand in einer der Eingangshallen an der ETH Zürich den zweiten Preis. Es ist ein fünf mal sechs Meter grosser Bogen aus Eisenblech, orange lackiert, mit sichtbaren Sechskantschrauben verschraubt. Vom Minimalismus geprägtAls diese Arbeit entstand, lebte Wyss schon seit 20 Jahren in Zürich. 1952 brach sie aus Grenchen auf, wo sie in einem Uhrmacherunternehmen gross wurde. Ihr Vater war Patron der kleinen Uhrenmanufaktur Octus Watch. In der machte sie auch die Lehre als Kaufmännische Angestellte. Dies, nachdem sich der erste Berufswunsch, Fotografin zu werden, nicht realisieren liess. Ihrem Brotberuf ist sie immer treu geblieben und arbeitet in verantwortungsvollen Funktionen für ausländische Unternehmen und den Bund. Ihre grosse Leidenschaft war das Kunstschaffen. Wyss im Rückblick: «Im Heute, am Puls der Zeit zu leben und diesem in der Kunst Ausdruck zu geben, war die Sehnsucht die mich trieb.» Eingeführt in die Welt des zeitgenössischen Kunstschaffens wurde sie durch den Plastiker Ödon Koch. Durch ihn wurde sie mit den Ideen und Konzepten eines Ad Reinhardt und anderen Wegbereitern der Konzeptkunst und des Minimalismus konfrontiert, welche sie beeindruckte und auch prägte. Die riesigen Leinwände imponierten ihr. Für das Schaffen von Wyss bedeutete dies, dass künftig einzig die Grösse der Wohnung ihren Werken eine Grenze zu setzen vermochte. Streben nach HarmonieWyss versteht sich der konkreten Kunst verpflichtet. Sie sagt, man werde ihr wohl am ersten gerecht, wenn man sie als eine konkret-konstruktive Kunstschaffende betrachtet. Sie bevorzugt das Arbeiten mit den Farben rot, gelb und blau und bezeichnet in schwarz und weiss gehaltene grossformatige Bilder als ihre Schlüsselwerke. Je länger je mehr erlebte Wyss beim Ausloten und auf der Suche nach den Idealen des Raums die Grenzen der strukturellen Malerei, welche, wohl geometrisch aufgebaut, immer räumliche Empfindungen zu liessen. In weiteren Entwicklungsschritten begann sie, mehrere Leinwände zu Gesamtkunstwerken zusammen zu fügen. Weitere Experimente folgten, als sie begann, die Bilder schräg an die Wand zu stellen. Der letzte Schritt in diesem Prozess folgte 1990, als sie die Pinsel weg legte und sich der Entwicklung dreidimensionaler Raumkonzepte zuwandte.«Ihre von räumlicher Vorstellungskraft geprägten Ideen, die oft blitzartig und beinahe automatisch auftauchen, hält Wyss auf Papier fest, um sie mit der Zeit zu einen ausführungsreifen Projekt weiter zu entwickeln», schrieb John Matheson im Werkkatalog «Bilder und Raumkonzepte». Dabei gelinge es ihr in überzeugender Weise, ihr Stre-ben nach Harmonie in ihren Projekten umzusetzen.

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