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Zwei Millionen für private Kapellbrücken-Galerie

Ein Luzerner Rechtsanwalt hat 146 Bilder der Kapellbrücke reproduzieren lassen. Er möchte sie der Stadt übergeben - diese lehnt dankend ab.

Kunst im Dreieck: Eines der Original-Bilder auf der Kapellbrücke.
Kunst im Dreieck: Eines der Original-Bilder auf der Kapellbrücke.

Jost Schumacher sieht sich selber als Kunstliebhaber. Seine Familie ist seit dem 15. Jahrhundert in Luzern ansässig und hat die Geschichte der Stadt beeinflusst. Nun wollte auch Schumacher etwas für sein Luzern tun: Der Rechtsanwalt hat alle der dreieckigen Bilder, die vor dem grossen Brand 1993 in der Kapellbrücke gehangen haben, neu malen lassen. Kosten: Zwei Millionen Franken.

Schumachers Ziel war es, die drei Bilderzyklen von Hans Heinrich Wegmann gesamthaft zeigen können. An den Kopien arbeiteten das Atelier Arn und Mike Shera während rund fünf Jahren. Während Mike Shera helle und kräftige Farben verwendete, kopierten die Künstler des Ateliers Arn die Bilder in ihrem Zustand zum Zeitpunkt der letzten Bestandsaufnahme.

Luzern: Kein Interesse an Duplikaten

Schumacher würde die Bilder gerne der Stadt übergeben. Doch dass die Kopien auf der Brücke aufgehängt werden, steht zurzeit nicht zur Diskussion. «Dem Stadtrat ist das Bekenntnis zum Original sehr wichtig», schreibt er in einer Stellungnahme zum Projekt. Der Entscheid wurde in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege gefällt.

Begleitet wurde die Arbeit vom ehemaligen Denkmalpfleger der Stadt Luzern, Ueli Habegger und von Sabina Kumschick, die für die wissenschaftliche Grundlagenforschung und die Texterstellung zuständig war. Um den Bildern Leben einzuhauchen hat Schumacher auch einen Audioguide anfertigen lassen, der intuititv per Knopfdruck Informationen, Musik und Geräusche zu den Bildern abspielt.

Anfragen aus den USA und Japan

Enttäuscht über diesen Entscheid sei er nicht, sagte Schumacher, schliesslich sei das Projekt ja aus seiner Initiative entstanden. Vom 6. bis 23. November werden die Kopien in der Luzerner Kornschütte zum ersten Mal öffentlich gezeigt, gemeinsam mit den noch vorhandenen Originalen. Für die Zeit danach hat Schumacher bereits Anfragen von Museen in den USA und Japan erhalten.

SDA/rcc

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